22. März 2018
Menschen gewinnen - wie wir besser miteinander klarkommen
„9 von 10 Menschen wünschen sich mehr Höflichkeit - warum funktioniert es dann nicht?“
Der Autor und Redner Moritz Freiherr Knigge war am Donnerstag zu Gast beim Jungen Wirtschaftsrat, um über Höflichkeit, Respekt und den Umgang mit Menschen zu sprechen. Zunächst begrüßte der Landesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrats, Markus Barner, die Teilnehmer in den Räumlichkeiten der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft PricwaterhouseCoopers GmbH (PwC) in Stuttgart. Das Unternehmen wurde anschließend von Herrn Dr. Hartwig Welbers, Partner und Standortleiter von PwC Stuttgart, in Zahlen und Fakten vorgestellt.
Unternehmensvorstellung durch Dr. Hartwig Welbers, PricewaterhouseCoopers GmbH Stuttgart (Foto: WR)

Moritz Freiher Knigge begann seinen Vortrag schließlich ebenfalls mit Zahlen. So würden sich 9 von 10 Deutsche mehr Höflichkeit wünschen, was die Frage aufwirft, warum es dann in der Realität nicht funktioniert. Ein erster Schritt zur Besserung könnte das Motto sein, nach welchem Freiherr Knigge selbst lebt: an sich persönlich höchste Ansprüche stellen, um anderen Menschen mit möglichst viel Toleranz zu begegnen. Doch bevor das Thema Höflichkeit weiter vertieft wurde, war es Freiherr Knigge wichtig darzulegen, was seinen Vorfahre, Adolf Freiherr Knigge, wirklich auszeichnete. Das war eben nicht das strikte Befolgen von Etikette, wie man häufig zu glauben meint, sondern vielmehr der „Umgang mit Menschen“. Dies war auch der Titel seines 1788 erschienen Buches. Etikette hingegen sei „nicht wirklich wichtig im Umgang mit Menschen“, weiß auch sein Nachfahre.

Vortrag über den Umgang mit Menschen von Moritz Freiherr Knigge (Foto: WR)

Aber wodurch zeichnet sich Höflichkeit denn nun aus? Vor allem die „Handlungsebene“ ist dem Freiherrn wichtig, also das, was jeder Mensch aktiv macht und nicht das, was alle anderen nicht machen. Insbesondere das „Ich Mensch, Du Mensch-Spiel“ legte er den Teilnehmern nahe. Dabei geht es unter anderem darum, aufeinander einzugehen, sich selbst immer wieder zu reflektieren und mit gutem Beispiel voranzugehen. Immer wieder wurde dabei auch ein Bezug zu Unternehmen gezogen, da ein unhöfliches Verhalten gegenüber Kollegen und Mitarbeitern geradezu „geschäftsschädigende“ Auswirkungen haben könne.

Markus Barner, Landesvorsitzender des Jungen Wirtschaftsrats, Moritz Freiherr Knigge und Marco Henry V. Neumueller, stv. Landesvorsitzender (v.l.n.r.) (Foto: WR)

Ein weiterer wichtiger Aspekt für Höflichkeit laut Freiherr Knigge: einfach mal gelassen bleiben. Durch „wohlwollende Konstruktion“, welche sich vor allem dadurch auszeichnet, Menschen nicht sofort Unhöflichkeit oder bösen Willen zu unterstellen, sei der Umgang mit Menschen viel einfacher. Des Weiteren sprach er von persönlichen Marotten jedes Einzelnen, den Schwierigkeiten bei schriftlicher Kommunikation und dem Wunsch nach Ehrlichkeit. „Höflichkeit macht Ehrlichkeit erträglicher“, befand Freiherr Knigge, da gerade die Deutschen dazu neigen würden, sehr direkt zu sein und damit unhöflich zu wirken.

 

Seine Ausführungen wurden durch Alltagsgeschichten abgerundet, um beispielhaft aufzuzeigen, dass man mit ein bisschen mehr Gelassenheit glücklicher durchs Leben kommt. Anschließend konnten die Teilnehmer bei einem von PwC gesponserten Imbiss das Gehörte gleich in die Praxis umsetzen und bewusst auf ihren Umgang mit Menschen achten.