03. Mai 2012
Braunschweig
Die Verantwortung der Medien in der digitalen Welt
Unternehmerfrühstück der Sektion Braunschweig-Wolfsburg mit Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung
Der Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung, Armin Maus, war zu Gast beim Unternehmerfrühstück des Wirtschaftsrates in Braunschweig-Wolfsburg. Im Fokus der Veranstaltung stand die Frage, wie verantwortungsvoll Medien im digitalen Zeitalter agieren sollten und mit welchen Maßnahmen sie dies erreichen können.

Auf den ersten Blick, so Maus, sei der Unterschied zwischen realer und digitaler Welt nur marginal. Mit Blick auf die Ermordung der elfjährigen Lena in Emden und der anschließenden Internet-Hetzkampagne gegen einen Tatverdächtigen, dessen Unschuld nachträglich bewiesen wurde, gibt es hier aber doch einige erkennbare Gegensätze. Nach Ansicht des Chefredakteurs ist das Internet durchaus in der Lage, die Rechtskultur eines Landes zu verändern. Umso mehr sind Medien daher heutzutage gefordert, rechtschaffende Fakten in den Fokus der Berichterstattung zu legen und weniger bloße Meinungen wiederzugeben. Die zum Teil mangelnde Überprüfbarkeit von Thesen aus dem Netz scheine daher der wesentliche Unterschied zwischen realer und digitaler Medienwelt zu sein, so Maus. Dies habe das Internet im Übrigen mit dem ebenfalls "schnelleren" Rundfunk und Fernsehen gemein.

Dem gegenüber gilt die Tageszeitung nach wie vor bei vielen Konsumenten als das glaubwürdigste Medium. Der Anspruch der Braunschweiger Zeitung ist es daher, sich als moderne Regionalzeitung mit Themen vor Ort weiter zu etablieren. Diese Maßstäbe gelten auch für den jüngst relaunchten Internetauftritt. Neben Braunschweig und Wolfsburg sollen hier auch kleinere Städte wie Salzgitter, Gifhorn, Peine, Helmstedt und Wolfenbüttel ein eigenes, maßgeschneidertes (Online-)Angebot erhalten. Kommentar- und Dialogfunktionen sollen den direkten Austausch mit den Lesern und damit mit der immer selbstbewussteren Bürgergesellschaft ermöglichen. Laut Maus sind die interaktiven Elemente sowie regelmäßige Gesprächsrunden des Braunschweiger Zeitungsverlages in den Stadtteilen mögliche Schritte auf dem Weg zu einer Art „Bürgerzeitung“.