09. Februar 2012
„Die Stadtwerke sind die lokalen Gestalter der Energiewende!“
Marco Westphal vor dem Wirtschaftsrat in Bonn
Marco Westphal, Geschäftsführer der Stadtwerke Bonn GmbH, sprach vor den Mitgliedern und Gästen des Wirtschafsrates der CDU e.V. über „Chancen und Perspektiven für die Stadtwerke Bonn GmbH nach der Energiewende“.
v.l.n.r.: Marco Westphal; Eldach-Christian Herfeldt, Sprecher der Sektion Bonn/Rhein-Sieg (Foto: Wirtschaftsrat)

Wenn im Rahmen der Energiewende bis 2020 sukzessive alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden, prognostizierten Experten für diesen Zeitpunkt nach jetzigem Stand eine Lücke von einem Gigawatt zwischen Stromerzeugung und Strombedarf, erklärte Westphal zu Beginn seiner Ausführungen. Um diesen Ausfall ausgleichen zu können, müsse der Ausbau der erneuerbaren Energien und Stromnetze beschleunigt und die Errichtung neuer Gas- und Kohlekraftwerke vorangetrieben werden – auch auf lokaler Ebene.

 

Da sich die Stadtwerke Bonn dieser nun bundesweit angestrebten Nachhaltigkeit des Energiekonzeptes bereits in den 90er Jahren verpflichtet fühlten, hätten sie bereits damals damit begonnen, Fördermodelle für Solarenergie zu entwickeln und eine Einspeisevergütung zu zahlen. Auch das Ökostromprodukt BonnNaturstrom, welches zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen gespeist werde, sei bei seiner Einführung 1999 das erste Naturstromprodukt seiner Art in Nordrhein-Westfalen gewesen. Resultat dieser Bemühungen sei es, dass sich der Anteil der Atomkraft im Strommix der Stadtwerke Bonn mit 50,1 Prozent bereits unter dem Bundesdurchschnitt mit 57,8 Prozent befände. Dennoch solle die Eigenstromquote durch Beteiligungen am Ausbau des HKW Nord, am Trianel GuD-Kraftwerk in Hamm-Uentrop, am Trianel-Kohlekraftwerk Lünen und am Trianel-Windpark Borkum West II sowie durch die Dezentralisierung der Stromerzeugung durch den Bau von Blockheizkraftwerken mittelfristig auf 100 Prozent ansteigen, erläuterte der Geschäftsführer die zukünftigen Pläne.

 

Die Senkung des Stromverbrauchs bis 2020 um zehn Prozent sei eine weitere Vorgabe der Energiewende. Um dieses Ziel zu erreichen, betrachteten sich die Stadtwerke Bonn auch als Impulsgeber, der durch den stetigen Ausbau des eigenen Know-Hows sowie Aufklärungskampagnen den Bürgern Anreize für eine effizientere Energienutzung aufzeige, so Westphal.

 

Eldach-Christian Herfeld, Sprecher der Sektion Bonn/Rhein-Sieg, betonte außerdem die Notwendigkeit, dass sich das Energiedreieck aus Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit und Preisstabilität weiterhin im Gleichgewicht befinden müsse. Es dürfe nicht vergessen werden, dass gerade die prosperierende Wirtschaft Nordrhein-Westfalens mit ihren zahlreichen Unternehmen ein entscheidender Faktor dafür gewesen sei, dass sich das Land so gut von der Krise erholt habe.