18. Juni 2013
"Vom Stiefkind zum Spitzenthema in Europa: Energiepolitik!"
Herbert Reul MdEP spricht vor dem Wirtschaftsrat in Münster
Der Europaabgeordnete Herbert Reul, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, erläuterte den Mitgliedern der Sektion Münster des Wirtschaftsrates zahlreiche Facetten der deutschen und europäischen Energiearchitektur.
v.l.n.r.: Dr. Friedrich Helmert, Sprecher der Sektion; Herbert Reul MdEP; Fritz Greis, Mitglied des Sektionsvorstandes (Foto: Wirtschaftsrat)

„Neben wettbewerbsfähigen Preisen muss die Versorgungssicherheit gewährleistet sein“, betonte der Politiker eingangs. Die Industrie, die Deutschland so gut durch die Krisen der vergangenen Jahre geführt habe, dürfe unter keinen Umständen Schaden nehmen. Die europäische Politik seit 2007 habe den Fokus verstärkt auf den Klimaschutz gelegt und dabei viele andere Realitäten aus den Augen verloren. So besäßen die erneuerbaren Energien zwar ein ungeheures Potenzial, brächten aber auch ihre Schwierigkeiten im Bereich der Verfügbarkeit, Speicherung und Kosten mit sich. „Die Erforschung neuer Speichermöglichkeiten und der Ausbau neuer Netze sowie Leitungen muss daher unbedingt gefördert werden“, forderte Herbert Reul. 


Außerdem unterstrich er die Bedeutung der europäischen Idee. Gerade in der Förderung der erneuerbaren Energien seien Absprachen und ein internationales Konzept begrüßenswert, da in den einzelnen Mitgliedstaaten nicht nur unterschiedliche Strommixe präferiert würden, sondern diese sich nach spezifischen Ländereigenschaften auch unterschiedlich gut für den Ausbau der verschiedenen Formen erneuerbarer Energien eigneten.


Diese engen Absprachen seien auch für den europäischen Finanzsektor wünschenswert. In Europa müsse ein Gremium geschaffen werden, welches die Großbanken beaufsichtige, während die nationalen Banken weiterhin dezentral gesteuert würden. Auch eine sparsame Haushaltsführung der Mitgliedstaaten und Sanktionen bei Nichteinhalten müssten verinnerlicht werden. Obwohl es schwierig und langwierig sei, gemeinsame Positionen zu finden, befände sich die Europäische Union auf einem guten Wege, betonte Reul abschließend.