14. Mai 2012
Das Mecklenburgische Staatstheater – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Generalintendant und Geschäftsführer der Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin gGmbH Joachim Kümmritz beim Wirtschaftsrat in Schwerin
Der Sektionssprecher des Wirtschaftsrates in Schwerin, Christian Graf, betonte wie wichtig eine lebendige Kulturlandschaft für die Landeshauptstadt und das Umland ist und hob dabei die besondere Bedeutung des Mecklenburgischen Staatstheaters hervor: „Kunst und Kultur werden immer mehr zu harten Standortfaktoren für die Wirtschaft, gerade für eine touristisch orientierte Stadt wie Schwerin.“

Über das Schweriner Theater ist in den letzten Wochen, nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern in ganz Mecklenburg-Vorpommern viel diskutiert worden. Die vorerst abgewendeten Schwierigkeiten verlangen nach einem tragfähigen Konzept für die Zukunft. Die Förderung des Landes mit Mitteln des Finanzausgleichsgesetzes, die seit 1992 gleich geblieben sind, ist an Strukturentscheidungen geknüpft und sieht vor, die Angebote in der Theaterlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns bei nicht steigenden Landeszuschüssen zu sichern.

 

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern will in diesem Zusammenhang die Erarbeitung von mindestens fünf verschiedenen Modellen zur „Weiterentwicklung“ der Theater- und Orchesterstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag geben.Nach Auffassung von Kümmritz könne das aber nur zur „Rasenmäher-Methode“ mit massivem Stellenabbau führen, 83 – 85 Prozent der Ausgaben seien Personalkosten. Kooperationen und das Zusammenlegen mehrerer Theater und Orchester würden nicht zur Kosteneinsparung beitragen, dies belegten auch Gutachten. Die künstlerische Qualität würde zudem darunter leiden. Ihm fehle die klare politische Kraft die Finanzierung des Staatstheaters auf solide Säulen zu stellen. 


Das Staatstheater Schwerin geht seit vielen Jahren mit neuen Ideen und der Etablierung der Schweriner Schlossfestspiele, die europaweit zu den fünf wichtigsten Schlossfestspielen gezählt werden, auch neue Wege bei der Finanzierung des anspruchsvollen Spielbetriebes. So zählt es zu den Theatern, die bundesweit die höchsten Werbeeinnahmen generieren. Derzeit werden neue Marketing-Strategien entwickelt.


Hier sind alle regionalen Kräfte gefordert, für eine nachhaltige Stärkung der Wirtschaftskraft der Landeshauptstadt und ihres Umlandes zu sorgen. Die Sektion Schwerin wird an diesem Thema dranbleiben.