10. Mai 2012
"Lebendige Logistik"
Juniorenkreis NRW besucht UPS Air Hub am Flughafen Köln/Bonn
Eintauchen in die nachtaktive Welt der Logistik konnten jetzt die Mitglieder des Juniorenkreises NRW bei einem Besuch des Europa Air Hubs von UPS am Flughafen Köln/Bonn. Zu abendlicher Stunde konnten sich die Teilnehmer ein Bild machen von den Prozessen in einem der weltweit größten Paket-Verteilzentren
(Foto: Wirtschaftsrat)

Das Distributionszentrum am Flughafen Köln/Bonn ist die Schlagader des UPS-Paketversandes in Europa. Hier werden sämtliche Pakete mit Bestimmung für oder aus Europa gesammelt und für den Weiterversand sortiert. Jede Nacht fliegen 38 Flugzeuge aus aller Welt das UPS Air Hub an, liefern ihre Pakete ab und erhalten die Sendungen für ihren Bestimmungsort.

 

Die Zeitspanne für den eigentlichen Sortiervorgang ist allerdings sehr knapp bemessen. Durch die Über-Nacht-Auslieferung von UPS muss der Sortiervorgang in nur wenigen Stunden durchgeführt werden. In dieser Zeit müssen die Flugzeuge und die den Flughafen anfahrenden LKW entladen, die Pakete sortiert, eventuell durch den Zoll überprüft, und für den Weiterversand verteilt werden.

 

In der Praxis bedeutet dies, dass jede Nacht ab 23 Uhr die UPS Flugzeugflotte den Köln/Bonn-Airport anfliegt. Die Pakete durchlaufen nach der Entladung das Kernstück des Distributionszentrums, die vollautomatische Sortieranlage. Mit dieser werden in nur dreieinhalb Stunden sämtliche Pakete bearbeitet, so dass bis spätestens 2:30 Uhr wieder alle Flugzeuge in der Luft sind, damit die Pakete am nächsten Morgen rechtzeitig ausgeliefert werden können.

 

Allein von Menschenhand wäre die Sortierung dieser riesigen Masse von Paketen kaum möglich, daher nutzt UPS eine sehr innovative und ausgefeilte Technik für das Distributionszentrum. Die Sortieranlage innerhalb der rund 75.500 Quadratmeter  großen Halle hat eine gesamte Bandanlagenstrecke von 30 Kilometern und wird von 6.000 Motoren und Antrieben bewegt.

 

Die Pakete durchlaufen verschiedene Stationen auf dem Weg zu ihrem Bestimmungsort: Zunächst werden sie im sogenannten "Singulator" registriert und in die Soll-Lage gebracht. Dies bedeutet, dass die Pakete, die in einem Pulk aus der Entladung über die Bandanlage laufen, durch eine Matrix von schmalen, automatisch steuerbaren Bändern geleitet werden, die die Pakete "wie von Geisterhand" in eine geordnete Reihenfolge und die richtige Lage auf dem Sortierband bringen. Anschließend können sie gescannt und damit in das automatische Sortierprogramm aufgenommen werden. Von diesem Zeitpunkt an werden die Pakete über ein auf die Millisekunde abgestimmtes Zeitsystem gesteuert. Die Sendungen gelangen automatisch auf die richtigen Bandabschnitte und fahren den entsprechenden Ladecontainer an.

 

Ganz ohne menschlichen Einsatz kommt auch eine derart ausgefeilte Technik wie die UPS-Sortieranlage nicht aus, so dass UPS am Air Hub Köln/Bonn mehr als 2.100 Mitarbeiter beschäftigt, von denen jede Nacht mindestens zwei Drittel im Einsatz sind. Dabei reichen die Aufgaben von der unterstützenden Tätigkeit, etwa bei der Entladung oder der Überprüfung von beschädigten Paketen, über die manuelle Endkontrolle der sortierten Sendungen bis zur hochkomplizierten Organisation der technischen Strukturen.

 

Gerade die hochsensiblen Bereiche der Sortieranlage erfordern eine besondere Beobachtung. Zum Beispiel werden die insgesamt vier Singulatoren jeweils von einem eigenen Ingenieur überwacht, der jederzeit bereit ist, Probleme zu beheben.

 

Denn auch, wenn das UPS Air Hub mit den besten technischen Möglichkeiten ausgerüstet ist, jede Nacht müssen bis zu 110.000 Pakete pro Stunde das Distributionszentrum durchlaufen. So muss jede Nacht erneut die Herausforderung bewältigt werden, eine für das menschliche Auge unüberschaubare Anzahl von Paketen zu überprüfen, zu sortieren und zu verteilen. Daher lautet das Motto unter dem die UPS-Mitarbeiter ihrer Tätigkeit am Air Hub Köln Bonn nachgehen nicht umsonst "Wir haben alles - außer Zeit!".