07. Dezember 2011
Sozialstaat am Limit
Vize-Präsident des Wirtschaftsrates zu Gast in Bielefeld
Die Grenzen der Belastbarkeit des Sozialstaates zeigte der Vizepräsident des Wirtschaftsrates, Prof. Hans Helmut Schetter, bei einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Dr.-Kurt-Wolff-Institut auf.

v.l.n.r.: Manfred Ringmaier, Landesgeschäftsführer Wirtschaftsrat Nordrhein-Westfalen; Prof. Hans Helmut Schetter, Vizepräsident des Wirtschaftsrates; Johann Christoph Harras-Wolff, Geschäftsführer Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG; Carsten Heins, Geschäftsführer Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG (Foto: Wirtschaftsrat)

Im Rahmen der landesweiten Veranstaltungsreihe zu den „Grundfragen der Sozialen Marktwirtschaft“ begrüßte Johann Christoph Harras-Wolff, Mitglied des Vorstandes des Bielefelder Wirtschaftsrates, neben Prof. Schetter mehr als 50 Unternehmer aus der Region.

„Der Sozialstaat wie wir ihn heute kennen, hat die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit längst überschritten. Mittlerweile reichen die gesamten Steuereinnahmen des Bundes nicht einmal mehr aus, die Sozialausgaben und Schuldzinsen zu zahlen. Für Zukunftsaufgaben wie Bildung, Forschung und Infrastruktur bleibt fast kein Spielraum mehr“, erläuterte Schetter, der 16 Jahre lang Vorstandsmitglied des Baukonzerns Bilfinger und Berger war, die derzeitige Finanzsituation des Bundes.

Schetter plädierte für ein Umdenken in der Politik im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards. Dazu zähle, den Menschen das Rüstzeug zu geben, die Chancen der Zeit aus eigener Kraft erfolgreich wahrzunehmen und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können: „Wir brauchen Sicherungssysteme, die denen helfen, die wirklich Hilfe benötigen.“ Derzeit gebe es zu viele Gießkannen und zu viel Vollkasko. „Es ist ein Irrglaube, dass sich soziale Gerechtigkeit mit noch mehr Geld erkaufen lässt. Im Gegenteil: Der Zusammenhalt unserer Gesellschaft und die Zukunftsfähigkeit des Sozialstaates werden durch eine Schuldenpolitik untergraben,“ betonte der Vizepräsident des Wirtschaftsrates Deutschland.