18. März 2015
Erbschaftsteuer darf nicht zur großen Hypothek für Generationswechsel in Betrieben werden
Alexander Bode: Erbschaftssteuerreform darf nicht zum Ausverkauf der Familienunternehmen führen

Der Junge Wirtschaftsrat im Wirtschaftsrat der CDU e.V. fordert von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble deutliche Nachbesserungen an den bekanntgewordenen Eckpunkten zur Erbschaftssteuerreform. „Schäubles Pläne erschweren künftige Generationenwechsel in Familienbetrieben, da sie für die junge Generation eine sehr große Hypothek darstellen. In Anbetracht des finanziellen Risikos werden sich viele Erben lieber für einen frühzeitigen Verkauf des Familienunternehmens entscheiden und ihre viel zu wenig wertgeschätzte Verantwortung abgeben“, kritisiert Alexander Bode, Vorsitzender des Jungen Wirtschaftsrates.

„Familienunternehmen stellen Generationenvermögen dar. Nicht selten fließt in wirtschaftlich schweren Zeiten auch privates Kapital ins Unternehmen, um den Erhalt der Arbeitsplätze unter allen Umständen sicherzustellen. Familienunternehmen stehen damit für eine besondere Unternehmenskultur und prägen maßgeblich unsere Soziale Marktwirtschaft. Die Erbschaftssteuer darf dieses System nicht gefährden“, unterstreicht Bode die Kernforderung des Jungen Wirtschaftsrats.

„Bundeskanzlerin Angela Merkel hat erst kürzlich betont, dass mit der Reform der Erbschaftssteuer nicht die Absicht verbunden sei, die Unternehmensstruktur in Deutschland zu verändern, um die uns so viele Nachbarländer beneiden. Das hat das Finanzministerium bei den bisherigen Plänen völlig ignoriert“, erklärt Bode.

Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern beschäftigen rund 45 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland, darunter die meisten Familienbetriebe. Um die Erbschaftsteuer zu bezahlen, müssten Eigentümer über größere Zeiträume höhere Ausschüttungen beschließen und anlegen oder auf einen Schlag bis zur Hälfte des Eigenkapitals entnehmen. Dies hätte unmittelbar sinkende Investitionen und geringere Bonität bei Banken zur Folge, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes wäre akut gefährdet. „Die junge Generation hat aufgrund des aufgekündigten Generationenvertrags ohnehin schon das Nachsehen. Die Erbschaftsteuerpläne stellen ein weiteres unkalkulierbares Risiko dar, das immer weniger junge Menschen bereit sein werden, einzugehen. In Konsequenz bedeutet das eine Abkehr von unserer Unternehmensstruktur und eine Gefährdung unseres Wirtschaftsstandorts“, so Bode.

Der Wirtschaftsrat zieht sieben rote Linien bei der Erbschaftsteuer. Seine Bundesfachkommissionen "Familienunternehmen und Mittelstand" und "Steuern, Haushalt und Finanzen" haben dazu diesen Forderungskatalog erarbeitet, den Sie hier herunterladen können:

http://www.wirtschaftsrat.de/wirtschaftsrat.nsf/id/sieben-rote-linien-bei-der-erbschaftsteuer-de

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