28. Juni 2012
Abfalldeponie als Energiestandort
Michael Broglin, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH, stellt das neue Konzept des Unternehmens in der Sektion Freiburg/Emmendingen vor
„Unsere Sektion setzt sich intensiv mit der Frage der Energieversorgung der Zukunft auseinander. Insofern sind wir gespannt, die neuen Konzepte der ASF kennenzulernen“, eröffnete Prof. Frank Bayer den Rundgang auf der Deponie Eichelbuck.

Die Energiewende bringt Deutschland in Fragen der Energiegewinnung und –versorgung in Umbruch. Der Ausstieg aus der Kernenergie ist beschlossene Sache, ebenso der breite Einstieg in die Nutzung der erneuerbaren Energien.

 

Freiburg geht hier mit neuen Ideen und Konzepten seinen eigenen Weg: die größte Solaranlage der Stadt steht auf der ehemaligen Mülldeponie Eichelbuck. Die 17.500 Quadratmeter große Anlage – so groß wie zweieinhalb Fußballfelder – ist ein Projekt der Anfang 2010 gegründeten ASF Solar GmbH & Co. KG, einer Tochtergesellschaft der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) und der Badenova.

Michael Broglin, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH, erläuterte den Unternehmern der Region, wie sich die Deponie Eichelbuck von der „Kippe“ zur geordneten Deponie entwickelte und wie Freiburg mittels modernster Solaranlagen die Erreichung der Klimaschutzziele anstrebt.

 

Die Teilnehmer erfuhren, wie hierbei grüne Energie aus Deponiegas ein weiterer Faktor zur Sicherung der Energieversorgung der Stadt ist, denn auch an die Nutzung dieses Gases wurde gedacht: Das “schlechte“  Gas wird direkt von der ASF zum Betreiben von Mikrogasturbinen genutzt und das „gute“ Gas an den regionalen Energieversorger Badenova in ein Blockheizkraftwerk geliefert. Ebenfalls die Verwertung von Lebensmittelresten und –abfällen führt zur Gewinnung von Strom und Wärme.

Das Freiburger Modell der Deponie Eichelbuck ist damit zum technologischen Vorreiter für weitere Deponien in Deutschland geworden. Einzig das Problem der Speicherfähigkeit regenerativer Energie stellt das Unternehmen vor große Herausforderungen. Dazu werde derzeit ein Forschungsprojekt in Form eines Hybridkraftwerkes geplant, erläuterte Michael Broglin.

 

„Wir erhielten heute komplexe Vorgänge sehr anschaulich erklärt, insbesondere die umfassende Verwertung von Lebensmittelresten, von Kehrichts und Schlacken zur Energiegewinnung überrascht. Die ASF Freiburg hat damit eine Vorreiterrolle und zeigt andere alternative Wege auf, die auch bundesweit Schule machen können“, schloss Prof. Bayer.