30. Juni 2016
Arbeit 4.0: "Es wird auch Verlierer geben."
Generalsekretär Dr. Peter Tauber MdB zu Gast beim Wirtschaftsrat Hessen
Längst ist das Thema „Arbeit 4.0“ kein Thema von morgen mehr. Der Prozess hat die Arbeitswelt von heute vor eine enorme Herausforderung und neue Anforderungen gestellt. Welche Tücken und Probleme aber auch welche Gestaltungschancen für die Arbeitswelt mit diesem Prozess einher gehen, präsentierte Dr. Peter Tauber MdB, Generalsekretär der CDU, der Sektion Frankfurt des Wirtschaftsrates Hessen.
Dr. Peter Tauber MdB (Foto: privat)

Dr. Peter Tauber, Bundestagsabgeordneter und Generalsekretär der CDU, gab den Mitgliedern der Sektion Frankfurt des Wirtschaftsrates Einblicke hinter die Kulissen des Bundestags: „Früher gab es unter den Parlamentariern wenig Interesse am Thema »Digitalisierung«. Mittlerweile herrscht jedoch quasi ein Wettbewerb darum.“ Vom Familien- übers Wirtschafts- bis zum Verteidigungsministerium: Politiker fast aller Ressorts hätten das Thema nun für ihren Bereich entdeckt; es sei auch schlichtweg wegen seiner Aktualität und Wichtigkeit nicht aus dem politischen Alltag wegzudenken.

 

Doch was in Berlin oder Brüssel entschieden wird, braucht vor allem das Vertrauen der Bürger. An dieser Stelle werde es schwierig, denn Prozesse und Entwicklungen, die für den Normalbürger undurchsichtig oder nicht nachvollziehbar sind, erzeugen eher Skepsis. Tauber mahnte: „Es wird auch Verlierer geben. Den jetzigen Status quo werden wir so nicht halten können.“ Als Beispiel nennt er die Zukunft des Transports, konkret die Situation der Lokführer. So sei es zwar spannend und zeuge von Innovation, wenn Züge demnächst unbemannt gesteuert werden könnten, Gedanken müsse man sich aber auch um die Jobs machen, die daran hängen. Eine klare und wenig fragwürdige positive Entwicklung sieht Tauber vor allem im Gesundheitswesen. Schon jetzt könnte alten Menschen im Ernstfall schnell geholfen werden, mithilfe eines Notrufknopfs oder einer automatisierten Überwachung des Aufstehens am Morgen.

 

Solche Entwicklungen bräuchten in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte. Tauber verwies auf bereits bestehende Vorschläge hin, in Schulen nicht Englisch als erste Fremdsprache anzubieten, sondern stattdessen zunächst Programmiersprachen zu lehren. Laut Tauber, sei es an der Zeit, sich mit entsprechende Regulierungsmaßnahmen für das Thema „Arbeit 4.0“ auseinanderzusetzen.

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Landesgeschäftsführer
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