26. Mai 2015
"Asien ist eine Vielheit"
Auf Einladung der Sektion Offenbach und der Landesfachkommission „Internationaler Kreis“ des Wirtschaftsrats Hessen, versammelten sich Interessierte und Experten zu einer Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung zum Thema „Asia as a solid and reliable bridge for the German Mittelstand. The example India“ wurde von Debjit Chaudhuri, Gründer und Inhaber von VALUWERK, in der Strothoff School in Dreieich geleitet. Bereits zu Beginn erinnerte Generalkonsul Bodo Krüger in seiner Begrüßung daran, dass Asien „keine Einheit, sondern eine Vielheit“ sei. So lohnt sich ein differenzierter Blick auf den Kontinent - an diesem Abend stand Indien im Mittelpunkt.
Foto: Wirtschaftsrat

Zunächst fragte Herr Chaudhuri die Experten nach wahrgenommenen Veränderungen in Indien. Hermann Mühleck, Leiter des „EY German Business Center India“ der Ernst & Young GmbH, merkte an, dass sich im vergangenen Jahr einiges im Land bewegt hätte. Er selbst lebte mehrere Jahre in Mumbai und musste feststellen, dass sich die Stadt in einem immerwährenden Wandel befindet. Besonders begrüßte er die Investitionen der neuen Regierung in die Bildung. Sibylle Yaakov, Direktorin für Standortmarketing der FrankfurtRheinMain GmbH, die Erfahrungen mit indischen Unternehmern in der Region gemacht hat, lobte deren Innovation und gestiegene Professionalität.

 

Herr Mühleck erinnerte daran, dass Indien mehr als nur Softwarekonzerne zu bieten hat und dass viele dort ansässige Unternehmen zum Mittelstand zählen. Eric Hoffmann, Head Financial Services for Germany, Austria, Switzerland der HCL Technologies Ltd., merkte an, dass es durchaus möglich sei in Indien “schnell etwas auf die Beine zu stellen” und Unternehmer von der dortigen großen Expertise deutlich profitieren können. Neben dem großen Potential des Landes, sieht er aber das Bevölkerungswachstum kritisch, vor allem im Hinblick auf Veränderungen des Arbeitsmarktes durch Automatisierungen.

 

Krishna Javaji, Geschäftsführer der Javaji Softech GmbH & Co. KG, setzt Hoffnungen in die erfolgreiche Korruptionsbekämpfung im Land und sieht große Chancen für ein weiteres stärkeres Wachstum. Dass es eine Tendenz der Deutschen gibt, sich für Geschäfte an China zu halten, findet Frau Yaakov bedauerlich, denn „China ist nicht weniger chaotisch als Indien; man darf sich nicht von einem oberflächlichen Eindruck täuschen lassen“.

 

Gefragt nach Warnungen oder Empfehlungen, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig: Mit einer Strategie, klaren Zielen und Geduld kann man in Indien sehr erfolgreich Geschäfte machen. Gleichwohl sollte aber die Bürokratie nicht unterschätzt werden und eine Zusammenarbeit mit Partnern und Experten sei empfehlenswert.

Kontakt
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Landesgeschäftsführer
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