20. April 2020
AUDIO - MdB Frank Sitta diskutiert mit Wirtschaftsrat-Mitgliedern
Sitta: Deutschland muss sich mit digitale Lösungen am Markt positionieren, die Krise kann den Impuls dazu geben

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. hat im Rahmen seiner Webinar-Serie eine Diskussion mit MdB Frank Sitta veranstaltet. Frank Sitta diskutierte mit den Teilnehmern über die Lehren der Coronakrise für die Digitalisierung. Er betont dabei zu Beginn, dass das Schlagwort Digitalisierung schon lange vor der Coronakrise beliebt, die zwingende Notwendigkeit jedoch nicht bewusst gewesen sei. Insofern hoffe er auf einen Impuls aus der Krise in entsprechende Infrastruktur zu investieren. Bisher sei die Entwicklung im deutschen Gesundheitssystem in dieser Hinsicht nur langsam vorangegangen, wofür Frank Sitta als Beispiel die Gesundheitskarte anführt. Dabei könnte das Sammeln und Aufbereiten von Daten etwa dabei helfen Versorgungsengpässe zu vermeiden, Hilfsleistungen zu vernetzen und Immunisierte besser auszuweisen, ist Frank Sitta überzeugt. Der Hackathon der Bundesregierung, eine zweitägige Veranstaltung zur Soft- und Hardwareentwicklung für Projekte zur Bekämpfung der Krise, habe gezeigt, dass es viele interessierte und motivierte Menschen gibt, die dafür Ideen haben. Frank Sitta warnt ausdrücklich vor Fehlinformationen über das Ausmaß der Krise, freie Krankenhausbetten seien ein gutes Erfolgszeichen und nicht das Ergebnis von übertriebener Panikmache. Doch mit Blick auf die nächsten Wochen müsse daran gearbeitet werden, dass die Wirtschaft nicht der nächste Beatmungspatient werde. 

Von Seiten der Teilnehmer gibt es Fragen zum Thema digitale Bildung. Frank Sitta erläutert, dass es durch den Digitalpakt Schule durchaus die Mittel gebe Schulen mit digitalen Lösungen auszustatten, doch Technik allein, wie etwa Whiteboards ginge nicht weit genug. Viel mehr bräuchte es an den Schulen auch Investition in die richtigen Mitarbeiter, etwa einen Systemadministrator. Ähnliches gelte auch für die Forderung nach Informatik als Pflichtfach. Frank Sitta hält es für wichtig, dass alle Schüler an Kernthemen der Digitalisierung herangeführt werden, doch dafür müssten erst genug ausgebildete Lehrer auf diesem Gebiet vorhanden sein. Ein schwerer Job, da sich der Unterrichtsinhalt ständig weiterentwickle, noch dazu sei die Bezahlung an Schulen eben nicht mit dem Verdienst eines Informatikers in der freien Wirtschaft zu vergleichen. Auch das Thema Datenschutz und Plattformökonomie beschäftigt die Teilnehmer. Frank Sitta vertritt den Standpunkt hier mit Augenmaß vorzugehen. Natürlich müssten personenbezogene Daten geschützt werden, aber nur aus Datenschutzbedenken die Digitalisierung nicht voranzutreiben sei ein Fehler. Deutschland sollte versuchen sich am Markt zu positionieren, denn es sonst gebe es immer jemand anderen, der das Mögliche auch umsetze, so Frank Sitta. 

 

Hören Sie das komplette Webinar hier als Audio.

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