14. Juli 2016
Mittagsgespräch der Sektion Segeberg
Ausbildung von Füchtlingen für einen Wiederaufbau
Die Integration von Migranten im THW sowie „Capacity Building“ für die Zivil- und Katastrophenschutzstrukturen Syriens sind Ziele eines Programms, das Buchmüller als Leiter Auslandseinsätze des Technischen Hilfswerks der Sektion Segeberg vorstellte und
das aus der Sicht des Wirtschaftsrates als Vorbild für gleichgerichtete Initiativen dienen sollte.
v.l. Sektionssprecher Christian Sowada und Klaus Buchmüller (Technisches Hilfswerk, Bonn) / Foto: Wirtschaftsrat

Buchmüller hatte zunächst Erstaunliches zu berichten. Das 60 Millionen Euro-Programm für das Technische Hilfswerk, das 1.000 syrische Flüchtlinge für Grundausbildung in einem der 668 Ortsverbände gewinnen soll, wurde zwei Tage nach dem ersten Vorschlag durch den Innen-, den Außenminister und das Kanzleramt bewilligt. Drei Ziele würden verfolgt, nämlich eine Stärkung des eigenen Nachwuchses, ein Ausbau fremdsprachlicher Kräfte für den Katastrophenschutz und nicht zuletzt die Fähigkeit, diesen im Rahmen von Auslandseinsätzen in Syrien ohne allzu große Vorlaufzeit unterstützen zu können.

 

Dafür baue man in Kooperation mit dem neutralen Jordanien grenznahe Strukturen auf, die zunächst in Jordanien unterstützen und schnell auch in Syrien eingesetzt werden könnten. Da der Katastrophenschutz Voraussetzung für den Betrieb von Flughäfen sei und damit als eine der ersten notwendigen Unterstützungsmaßnahmen für einen Wiederaufbau gebraucht werde, sei das deutsche Programm auch international im Kontext beratender Geberkonferenzen dankbar registriert worden.


Buchmüller konnte aufgrund seiner vielfach ausgezeichneten Auslandserfahrungen in Krisenländern weitere Ratschläge geben. Wichtig sei eine Fokussierung auf das Management durch ein „train-the-trainer“-Programm, wie es das Zentrum für internationale Friedens ein -
sätze gGmbH betreibe. Bei Ausbildungen in der Landessprache seien gesprochene Dialekte und geschriebenes Hocharabisch in der Kommunikation zu unterscheiden. Auch deshalb sollte man bei den Kandidaten auf Englisch- oder Deutschkenntnisse nicht verzichten. In Syrien wiederum
seien fünf unterschiedliche Einsatzregionen zu beachten.

 

Erster Anlaufpunkt für einen erfolgreichen Wiederaufbau sei die örtliche Verwaltung. Erst auf dieser Grundlage könnten schrittweise die Entwicklung von Sicherheit, Neubau, Elektrizität, Landwirtschaft und Gesundheit vorangetrieben werden. Das Technische Hilfswerk stifte dazu nicht nur den Katastrophenschutz, sondern fördere zudem das bürgerliche Engagement und trage auch auf diese Weise zu einer Stabilisierung bei./bz