07. August 2019
Ausschreibungen neu konzipieren
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Gastbeitrag von Wolfgang Steiger zum Thema Innovationsausschreibungen:

 

Grundsätzlich eignen sich Innovationsausschreibungen sehr gut dafür, technologische Entwicklungen vom Forschungsstadium zur Markteinführung anzustoßen und das Design des Energiemarktes auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten. Voraussetzung dafür ist jedoch echter Wettbewerb. Nur dann werden sich die effizientesten Innovationen durchsetzen. Doch genau dies ist mit dem vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Referentenentwurf nicht gelungen. Statt die Chance zu nutzen, den Energiemarkt zukunftsfähiger und marktwirtschaftlicher auszurichten, wird hier etwa auf eine fixe Marktprämie gesetzt und technische Innovation im Bereich der Sektorkopplung ausgeblendet. Den Referentenentwurf muss man deshalb als Verfehlung des Themas bezeichnen. So bringen wir die Energiewende keinen Meter weiter voran. Deshalb fordern wir als Wirtschaftsrat das Bundeswirtschaftsministerium dazu auf, die geplante Verordnung zur Einführung von Innovationsausschreibungen zu stoppen und eine grundsätzliche Neukonzipierung anzustreben wie man es von einem innovativen marktfördernden Wirtschaftsministerium eigentlich erwarten können muss.

Markt- und Systemintegration müssen die Kernelemente der Innnovationsausschreibung sein.
Sie könnten von Erneuerbare-Energien-Systemen gestärkt werden – beispielsweise durch den Zusammenschluss mehrerer Technologien, deren Kombination mit Speichern sowie Sektorkopplungsanwendungen als auch IT-basierten Ansätzen. Das Internet der Dinge, Blockchain, künstliche Intelligenz oder die neue Mobilfunktechnologie 5G eröffnen neue Gestaltungsspielräume für einen flexiblen und kostengünstigen Marktzugang von Erneuerbaren, die mit Innovationsausschreibungen genutzt werden sollten.

Um mit den Ausschreibungen echte Innovationen zu erzielen, die die Energiewende schneller vorantreiben und kostengünstiger gestalten, sind drei Dinge entscheidend. Erstens sollte für erneuerbare dezentrale Stromerzeugungseinheiten und Energiespeicher eine direkte und automatisierte Teilnahme am Energy-Only-Markt, Eigenversorgung und Systemdienstleistungen möglich sein sowie ein schneller, automatisierter Wechsel, um eine hohe Marktintegration und -erweiterung voranzutreiben. Zweitens, anstatt nur neue Ausschreibungsdesigns zu testen, wäre es mit Blick auf die verlässliche Lieferung von Strom aus Erneuerbaren sinnvoll zu prüfen, ob nicht direkt Ausschreibungen für eine Kombination aus erneuerbarer Stromerzeugung und Speichermöglichkeiten durchgeführt werden sollten. Sie haben einen klaren systemdienlichen Nutzen. Drittens, sollte der vorgeschlagene Umfang von je 75 Megawatt 2019 und 2020 grundsätzlich deutlich ausgeweitet werden, mit dem Ziel, Ausschreibungen für Erneuerbare systemdienlich weiter zu entwickeln.

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