06. März 2018
Auswirkungen des Brexit auf Deutschland
Dr. Peter Westerheide, Chefs-Volkswirt der BASF beim Wirtschaftsrats-Lunch
Dr. Peter Westerheide, Chief Economist der BASF SE, sprach auf Einladung von Sektionssprecher Dr. Eckart Sünner im Rahmen eines Wirtschaftsrats-Lunchs in Ludwigshafen über die Auswirkungen des Brexit auf Deutschland.
Dr. Peter Westerheide, Chief Economist der BASF SE, beim Wirtschaftsrats-Lunch in Ludwigshafen (Foto: Wirtschaftsrat)

Anhand verschiedener wirtschaftlicher Prognosen und Modelle konnte als Fazit festgehalten werden, dass alle Beteiligten, d.h. das Vereinigte Königreich, wie auch die EU insgesamt, durch den Brexit verlieren werden. 


Die volkswirtschaftlichen Studien und Prognosen zum Brexit nehmen unterschiedliche Gewichtungen vor. So wird allgemein festgehalten, dass die negativen Effekte für das Vereinigte Königreich größer seien als für die verbleibenden 27 EU-Länder. Aber einige deutsche Kernindustrien, wie z.B. die Automobil-, Chemie- und Pharmaindustrie sowie der Maschinenbau könnten durchaus erheblich betroffen sein, da die Industrie in Großbritannien tief mit kontinental-europäischen Wertschöpfungsketten verflochten ist. Die Einführung von Zöllen und der Anstieg der nicht tarifären Handelskosten werden diese Wertschöpfungsketten, so Dr. Westerheide, beeinträchtigen und, so seine Einschätzung, die Wettbewerbsfähigkeit der britischen Industrieexporte gefährden. 


Ganz besonders wurde in der Diskussion auch auf die Rolle des Vereinigten Königreiches in der EU hingewiesen. Mit dem Austritt werde ein Verbündeter für marktliberale Positionen fehlen, so dass der Einfluss anderer Länder und anderer wirtschaftspolitischen Vorstellungen innerhalb Europas an Einfluss gewinnen könnten. Hier galt der Appell der anwesenden Unternehmer, dass die Politik dafür sorgen müsse, die negativen Folgen des Brexit und auch die möglichen Auswirkungen auf das institutionelle Geflecht der EU abzumildern.