09. Mai 2012
„Auszubildende von heute sind die Fachkräfte von morgen“
Arbeitsagenturchef vor Gelsenkirchener Wirtschaftsrat
„Bereits heute wissen wir, dass 2020 2 Millionen qualifizierte Köpfe fehlen werden – mit gravierenden Konsequenzen für die Wirtschaft und deren Innovationspotenzial. Doch zu vielen Bildungskarrieren droht in Deutschland Jahr für Jahr der Absturz – 80.000 Schulabbrecher und 250.000 Sitzenbleiber seien verheerende Alarmsignale. Um allen jungen Menschen die Chance auf einen Aufstieg durch Bildung zu eröffnen, braucht man eine Trendwende in der Bildungspolitik“, erklärte Volker Stuckmann, Sprecher der Sektion Gelsenkirchen des Wirtschaftsrates der CDU e. V. in seiner Begrüßung.
v.l.n.r. Wolfgang Berger, Mitglied des Sektionsvorstandes; Luidger Wolterhoff; Volker Stuckmann (Foto: Wirtschaftsrat)

Er dankte Luidger Wolterhoff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit für seine Bereitschaft den Mitgliedern und Gästen der Sektion Gelsenkirchen zum brisanten Thema „Fachkräftebedarf – Chancen oder Risiko“ zur Verfügung zu stehen.

 

„Unternehmen der Emscher-Lippe-Region haben im Jahr 2011 mehr Lehrstellen gemeldet als in den drei Vorjahren und dies ist ein positives Signal zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in den Unternehmen. Die Betriebe wissen, wie wichtig qualifizierter Nachwuchs für den wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens in der Zukunft ist und zeigen entsprechend Verantwortung für eine qualifizierte Ausbildung junger Menschen. Trotzdem bleibt die Situation auf dem Ausbildungsmarkt in der Emscher-Lippe-Region weiter angespannt“, erklärt der Chef der Arbeitsagentur. „Rechnerisch kommen immer noch zwei Bewerber auf eine gemeldete Ausbildungsstelle“.

Die betriebliche Ausbildung sei der wichtigste Schlüssel, um mittelfristig gut ausgebildete Fachkräfte zu haben. Die demografische Entwicklung der kommenden Jahre werde den Wettbewerb um ausbildungsinteressierte Jugendliche weiter forcieren. Eine wesentliche Aufgabe für die Wirtschaft und die Agentur für Arbeit werde deshalb darin liegen, zukünftig die vorhandenen Ressourcen noch intensiver auszuschöpfen, erklärte Wolterhoff.

„Deshalb sollten unter anderem auch Abgänger mit weniger überzeugenden Noten stärker einbezogen werden“, ermuntert Wolterhoff die Arbeitgeber. „Auch wenn durch die Steigerung der Anforderungen innerhalb der Ausbildungen mehr Bewerber/-innen während der dualen Ausbildung Hilfestellungen benötigen, junge Menschen entwickeln sich in der Ausbildung weiter und können gute Fachkräfte werden. Die Arbeitsagentur hat zudem viele Möglichkeiten, Betriebe auch während der Ausbildung zu unterstützen. Ein erfolgreicher Übergang von der Schule in die Berufsausbildung ist für uns sehr wichtig“, so Wolterhoff. „Durch eine intensive Berufsorientierung bereiten wir Jugendlichen den Weg, die Entscheidung für einen passenden Beruf zu treffen. Auf der Ausbildungsplatzbörse bringen wir dann Unternehmen und Bewerber zusammen. Wir wollen Jugendliche bei der Ausbildungssuche und Firmen bei der Nachwuchsgewinnung ihrer Azubis unterstützen. Eine gute Zusammenarbeit aller Arbeitsmarktakteure kann helfen, dass die Folgen des demografischen Wandels in der Emscher-Lippe-Region abgemildert werden können“.