19. Mai 2016
Automatenbranche: Bestimmt das Los über den Fortbestand?
Der Junge Wirtschaftsrat Westhessen bei der Automaten Adam GmbH
Wie sind Münzautomaten aufgebaut und wie funktionieren diese? Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen Unternehmen dieser Branche beachten und vor welchen Herausforderungen stehen sie? Die Mitglieder des Jungen Wirtschaftsrates Hessen waren zu Gast bei der Automaten Adam GmbH in Taunusstein. Auf die Einladung des Regionalkreises Westhessen des Jungen Wirtschaftsrates waren zahlreiche Mitglieder und Gäste erschienen.
Max Adam und Michael Wollenhaupt (Foto: Wirtschaftsrat)

Dennis-Oscar Adam, Geschäftsführer Automaten Adam GmbH, leitete die Unternehmens- und Branchendarstellung mit klaren Worten ein: „Unser Unternehmen hat die Nachfolge-Phase überstanden, wir sind gut aufgestellt und doch stehen wir vor einer der größten Herausforderungen für ein Unternehmen.“ Seit fünf Jahren leiten er und sein Cousin Max Adam das Familienunternehmen.

 

„Spielen ist etwas Natürliches. Dennoch denkt man bei der Spielhallenbranche an etwas Anrüchiges. Es ist schwer Akzeptanz seitens der Gesellschaft und der Politik zu erfahren“, erklärte Michael Wollenhaupt, Vorsitzender des Hessischen Münzautomaten–Verbandes. Mit 250 Mitgliedern i Verband repräsentiert er über die Hälfte aller Unternehmen der Branche. „Die eigentliche Herkunft des Gewerbes liegt im Gastgewerbe. Damals baute man Spielgeräte wie Darts, Billard oder auch Spielautomaten in Gaststätten auf.“ Mit dem Gaststättensterben ging der Trend hin zur heutigen Spielhalle.

 

Die Politik mache es den Spielhallenbetreibern seit 2005 schwer. In einer Spielhalle darf pro 12 Quadratmeter ein Spielgerät aufgestellt werden, die Maximalanzahl liegt bei zwölf Automaten. „Wirtschaftlich rentabel ist eine Spielhalle nur in Form der Doppel- oder Mehrfachkonzession“, so Wollenhaupt. „Die 2012 beschlossene Spielhallenverordnung mache dies jedoch ohne Sondergenehmigung unmöglich.“ Bis 2017 müssen die neuen Regelungen umgesetzt werden, doch hat sich seit 2012 kaum etwas getan. „Wir wenden uns derzeit aktiv an die Kommunen“, erläuterte Adam. „Mit der Erfüllung der neuen Auflagen müssten 70 Prozent der Standorte schließen. Wen es trifft, wissen wir nicht.“

 

Dabei ist Spielen heute regulierter denn je. Allein der Schutz vor einer etwaigen Sucht wird strengstens überwacht. In Hessen gibt es ca. 10.000 gesperrte Spielsüchtige, 97 Prozent belaufen sich auf Eigensperrung. „Moderne Systeme erleichtern es den Spielhallenbetreibern Spielsüchtige schon am Eingang zu erkennen, sodass diese keine Chance haben, eine Spielhalle nur zu betreten“, so Ralf-Armin Zieten, Geschäftsführer RAZ-Sitec Videoüberwachung & Alarmtechnik. Zieten stellte den Teilnehmern im Anschluss das OASIS-System vor, das in Sekundenschnelle einen Datenabgleich ermöglicht.

 

Max Adam, Geschäftsführer Automaten Adam GmbH, stellte im Anschluss des Vortrags dar, wie das Automatenspiel funktioniere. Beispielsweise erläuterte er den Unterschied zwischen Geldbetrag und Punktespiel. Gleichzeitig demonstrierte er den Teilnehmern, welche Neuerungen auch in der Automatenindustrie zu erwarten seien.

(Foto: Wirtschaftsrat)
Dennis-Oscar Adam (Foto: Wirtschaftsrat)
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