14. September 2020
"Automatisierung und Strukturwandel im Maschinenbau"
Spezialisten im ICM - Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau e.V.
Bereits vor der Corona-Pandemie ist der sächsische Maschinenbau aufgrund der einseitig auf E-Mobilität fixierten Energiewende an seine unternehmerischen Grenzen gestoßen.
(Foto: Wirtschaftsrat)

Am ICM - Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau e.V. kommen Forschung und praxisnaher Anlagenbau zusammen. Das Institut ist seit 1992 ein zentraler Anlaufpunkt für kleine und mittelständische Unternehmen, um innovative Ideen und Konzepte umzusetzen. Prozesse, Anlagen und Produkte für zahlreiche Branchen und Industrien werden hier gemeinsam mit rund 50 Mitarbeitern entwickelt.

 

Seit Jahren spielen Projekte mit starkem Fokus auf Robotik und Automation eine zentrale Rolle am ICM - gebündelt im eigenen Schulungs- und Anwendungszentrum (SchAz) und als zentraler Informations- und Lernort für alle interessierten Unternehmen. Im SchAz werden individuelle Automatisierungslösungen für die Produktion entwickelt und erprobt. Gemeinsam mit erfahrenen Experten werden dazu Potenziale identifiziert, systematisch Konzepte entwickelt, auf ihre technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft und praxisnah umgesetzt.

Gemeinsam mit unserer Sektion Chemnitz und deren Sprecherin, Kathrin Werner sowie mit unserer Vorsitzenden der Landesfachkommission Forschung, Bildung und Innovation, Dr. Heidrun Steinbach, konnten wir der Frage nachgehen, welche Geschäftsfelder künftig relevant werden, wenn es um den Fortbestand des Sächsischen Maschinenbaus geht.

Frau Dr. Steinbach stellte zu Beginn heraus, dass es 1990 vor Ort in Chemnitz (ehemaliges Heckert-Kombinat) noch 43.000 Beschäftigte gab, die sich bereits 1995 um 90 Prozent reduziert hatten. Es gab also unmittelbar nach der Wiedervereinigung bereits einmal einen extremen Strukturwandel im Sächsischen Maschinenbau.

Heute, beschleunigt durch „Corona“, sieht sich der Maschinenbau in ganz Deutschland einem erneuten Strukturwandel ausgesetzt. Es gibt aber auch Wachstumspotential, wenn man die richtigen Weichen stellt. Der ICM-Institutsleiter Dr. Sebastian Ortmann machte deutlich, dass in der Digitalisierung und Automatisierung noch Chancen gibt, in denen sich der Sächsische Maschinenbau, Know-How-getrieben, aufstellen kann, um führende Marktpositionen zu erlangen. Plattform-Technologien (OSGM) werden die Digitalisierung im Maschinenbau bestimmen. Der Schlüssel zum Erfolg bleiben Innovationen, die freilich entsprechend be- und gefördert werden müssen. Da könne es nicht sein, dass die Töprfe für die EFRE-Technologieförderung, die bis 2023 gelten soll, siehe: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/15101-EFRE_Technologiefoerderung_2014_bis_2020 bereits heute ausgeschöpft sind und nicht schnell genug wieder gefüllt werden. Automatisierung in Form von Robotik (siehe: https://www.youtube.com/watch?v=_sBBaNYex3E) ist und wird sich weiter entwickeln. Hier ist die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter (Kollaboration) an einem Werkstück bald Realität.

Eine interessante Diskusion über die maschinenbaugetriebenen Wachstumsfelder in Sachsen, insbesondere in Form von Recyclingmaschinen (Spezialmaschinenbau), Wärmerückgewinnung sowie über die Antriebstechnologien der Zukunft, in denen der Verbrennungsmotor nach wie vor eine Rolle spielen wird, führten uns letztlich ins ICM-Schulungs- und Anwendungszentrum (SchAz), wo wir verschiedene Roboter bei der Arbeit sehen und schätzen lernen konnten.

Ein Imbiss rundete die Veranstaltung ab. Wir danken dem ICM für die tolle Organisation der Veranstaltung.

(Foto: Wirtschaftsrat)