18. Dezember 2017
Elektromobilität ist zentrales Zukunftsthema für die deutsche Industrie
Die Verfügbarkeit von Rohstoffen ist für die deutsche Industrie und den Erhalt unseres Wohlstandes von zentraler Bedeutung. Die Digitalisierung und die Elektromobilität sind ebenso vom Zugang zu Bodenschätzen abhängig wie der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und der Neubau von Wohnungen. Für die anstehende Legislaturperiode gibt es einen hohen Handlungsbedarf der Politik, damit die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden.

„Die Elektromobilität ist ein zentrales Zukunftsthema für die deutsche Industrie“, erläuterte Herr Dr. Bernhard Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Umciore AG & Co KG bei der vergangenen Sitzung der Bundesarbeitsgruppe Rohstoffpolitik. „Es werden etwa Graphit, Kobalt, Lithium, Nickel, Graphit und Seltene Erden für die Batterien der Elektroautos benötigt“. Zurzeit sind diese Rohstoffe zu günstigen Kondition verfügbar, jedoch steigen die Preise, auch weil die Nachfrage immer stärker anzieht. Die deutsche Industrie ist somit erheblichen Kostenrisiken ausgeliefert.

 

Dr. Volker Steinbach, Vizepräsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und Leiter der Abteilung Energierohstoffe, Mineralische Rohstoffe, wies in diesem Rahmen darauf hin, dass rund 60 Prozent des global benötigten Kobalts aus dem Kongo kommen, 70 Prozent des Graphits kommen aus China. Hierbei seien aber auch zahlreiche Unternehmen vor Ort in der Hand chinesischer Eigentümer. Nur ein entschiedenes Vorantreiben einer nationalen und europäisch abgestimmten Handels- und Rohstoffpolitik kann die Abhängigkeit Deutschlands von Importen reduzieren. Die Stärkung der Kreislaufwirtschaft im Rohstoffbereich ist einer der Schlüsselforderungen des Wirtschaftsrates, damit die Verfügbarkeit kostengünstig und zuverlässig gesichert ist. Hierzu muss jedoch die europäische und nationale Abfall- und Wertstoffgesetzgebung entschieden marktwirtschaftlich ausgerichtet werden. Während im Geschäftsbereich Recycling von Rohstoffen seit Jahrzenten erfolgreich umgesetzt wird, hinkt der wichtige Konsumgüterbereich den Bedarfen hinterher. Der Wertstoffkreislauf ist abhängig von der Marktverfügbarkeit und dies kann nur über attraktive Rahmenbedingungen für die Sammlung Wertstoffen erreicht werden. Die kommunalen Lösungen, die vom deutschen Abfallrecht bevorzugt werden, verhindern, dass etwa im ausreichenden Maße Kobalt aus den Stoffströmen gewonnen wird und somit die Bedarfe der Industrie über Sekundärrohstoffe auch in Zukunft gesichert werden.