19. Juli 2016
Bedingungsloses Grundeinkommen: Utopie oder Zukunftsmodell?
Enno Schmidt, Mitbegründer der Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen, aus Basel (CH) stellte bei der Firma H-Bau Technik GmbH in Klettgau seine Vision vor.
Enno Schmidt, Mitbegründer der Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen (Foto: Wirtschaftsrat)

Die Schweiz hat als erstes Land über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. Bei großer internationaler Aufmerksamkeit haben schweizweit 23,1 % der Vorlage zugestimmt. Der Vorschlag ist, den Teil des Einkommens, den man unbedingt zum Leben braucht, allen bedingungslos zu gewähren. Die Befürworter wollen damit der Individualisierung und den prognostizieren Veränderungen in der Arbeitswelt Rechnung tragen.

Das Grundeinkommen nehme sich dem technologischen Fortschritt an und gebe darauf eine humanistische Antwort. Es gehe beim Grundeinkommen nicht um mehr Geld. Das Grundeinkommen sei kein zusätzliches Einkommen, sondern ein grundsätzliches, so Schmidt.

 

Schmidt ist Maler, Autor („Grundeinkommen von A bis Z“) und Filmemacher („Grundeinkommen - ein Kulturimpuls“). Seit 2006 setzt er sich für die Verbreitung der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ein. Er definiert bedingungslos im Sinne von „jedem in dem Staat legal lebenden Bürger. Dabei ist es völlig unabhängig welchen finanziellen Hintergrund diese Person mitbringt und ob sie sich in einem Arbeitsverhältnis befindet.“

Markus Glattfelder, Geschäftsführer H-Bau Technik GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Schmidt machte die Unternehmer aufmerksam, dass schon eine historische Grundlage existiere, bereits Milton Friedman habe mit dem Prinzip der negativen Grundsteuer in den 1960er den Gedanken des bedingungslosen Grundeinkommen geprägt.

 

Darüber hinaus diskutierte der Referent mit den Teilnehmern verschiedene Pilotprojekte aus Finnland, Kenia und San Francisco. Es wäre auffällig, dass die Leute nicht weniger arbeiten, da „für Menschen ein neuer Raum an Möglichkeiten aufgehe sich zu entfalten und umzuorientieren“, so Schmidt. Hinzufügend sei auch festgestellt worden, dass die Idee des Grundeinkommens von den Menschen selber kommen müsse, nur dann könne es wirklich funktionieren. Es müsse ein Wandel im Denken stattfinden, von einem „Erwerbsarbeitsplatz“ hin zu zusätzlichem Einkommen.

Lockerer Ausklang des Abends (Foto: Wirtschaftsrat)

Bedenken äußerten die Teilnehmer bei der Frage um die Finanzierung, es würden zwar die Sozialleistungen in großen Teilen wegfallen. Trotzdem konnten sich nicht alle Unternehmer vorstellen, dass die Preise stabil bleiben und die Wirtschaft weiter wachsen solle.

 

Markus Glattfelder, Geschäftsführer von H-Bau Technik GmbH stellte das Unternehmen vor. Es ist ein Bauzulieferer für den Beton- und Fertigteilbau und setzt Maßstäbe in der Bautechnik. Mit Abdichtung, Wärmedämmung, Schalung, Schallisolation, Bewehrung, Verbindung und Zubehör deckt H-Bau sieben Produktbereiche ab, was rund 96.000 Artikeln entspricht. Und es werden immer mehr.