04. November 2011
"Bei der Umwelthauptstadt darf es nicht bleiben!"
Anlässlich der Regionalkonferenz 2011 der Metropolregion Hamburg zum Thema „Mobilität und Verkehr“ fordert der Wirtschaftsrat, den Titel „Europas Umwelthauptstadt 2011“ zu nutzen, um Hamburg zum „Green Logistics Capital“ weiterzuentwickeln.

Matthias Leutke, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates in Hamburg: „Hamburg versteht sich bereits heute als grüne Logistikmetropole. Mit einigen wenigen weiteren Schritten könnten die Stadt und die Metropolregion diese Position ausbauen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region sichern.“

 

Leutke verwies auf die Thesen „Hamburg Green Logistics Capital“, die die Landesfachkommission Logistik und Infrastruktur des Wirtschaftsrates unter der Leitung von Prof. Dr. Peer Witten erst kürzlich vorgelegt hatte. Darin werden sechs Thesen zur intelligenten Weiterentwicklung der Infrastruktur für eine nachhaltige Logistik in der Metropolregion aufgestellt:

 

 1. Bereits die effizientere Nutzung vorhandener Infrastruktur bietet erhebliche         Wachstumspotentiale


  • Unter Einsatz von Telematiksystemen soll ein intelligentes Verkehrsmanagement ausgebaut werden, durch das der Verkehrsfluss besser gesteuert und höhere und gleichmäßige Auslastungsgrade ermöglicht werden.
  • Baustellen- und Unfallstörmanagement müssen beschleunigt und der Lang-LKW zugelassen werden.
  • Durch die Einrichtung einer Bahnleitzentrale im Hamburger Hafen wird die Schienenkapazität merklich erhöht. 

 

2. Langfristige Wettbewerbsfähigkeit erfordert den intelligenten Ausbau der Infrastruktur


  • Die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe ist aufgrund der Schiffsgrößenentwicklung unerlässlich.
  • Die Verlängerung der A 26 und der Bau der A 252 (Hafenquerspange) sind für die Landanbindung dringend erforderlich.
  • Langfristig ist der Autobahnring samt Ost-Umgehung notwendig.
  • Der umweltschonende Schienengüterverkehr sowie die Leistungsfähigkeit des Hafens müssen mit der Y-Trasse gestärkt werden.

 

3. Green Logistics bietet eine dauerhafte ökonomische Perspektive für Hamburg

 

Langfristiges Wirtschaftswachstum ist in Hamburg nur mit grüner Logistik möglich:

 

  • Die Seeschifffahrt ist weiter zu stärken, Emissions-Grenzwerte müssen in Europa einheitlich sein, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.
  • Intermodale Schnittstellen zur Bahn sind auszubauen.
  • Die Schiffbarkeit von Unter- und Oberelbe muss gewährleistet werden.
  • Im Hafenhinterlandverkehr sind Investitionen in die Infrastrukturanbindung der Schiene erforderlich, um die Schiene in bi- und trimodale Transportketten effizienter einzubinden.
  • Der kombinierte Verkehr ist durch Schnittstellenoptimierung und verkehrsübergreifende Informationsbereitstellung zu fördern.
  • Im Straßengüterverkehr sind innovative Ansätze zum Umweltschutz zu fördern. Langfristig bedarf es des flächendeckenden Ausbaus der Suprastruktur für Elektro-, Hybrid- und Erdgasfahrzeuge.

 

 

4. Verlässliche Rahmenbedingungen sind Voraussetzungen für eine stabile  Zukunftsentwicklung


  • Der Wirtschaftsrat appelliert an den Hamburger Senat, seine Zusagen gegenüber den betroffenen Hafenunternehmen in der heutigen Freizone einzuhalten und drängt auf einen wirtschaftsfreundlichen Transformationsprozess.

  

5. Durch Schulterschluss von Wirtschaft und Wissenschaft wird eine Innovations-      führerschaft in der Logistik erreicht

  • Dringend erforderlich ist der Aufbau eines Lehrstuhls für Verkehrs- und Transportwirtschaft in Hamburg, der auf national und international wettbewerbsfähigem Spitzenniveau angesiedelt werden muss.
  • Institutionalisierung des Austauschs zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zur besseren Berücksichtigung industrieller Bedarfe in Forschung und Lehre.
  • Durch weitere Förderung des Clusters Logistik sollte eine noch bessere Vernetzung aller Akteure erfolgen und gleichzeitig eine Kaderausbildung erreicht werden.

 


 6
. Organisatorische Konsequenzen und Präsenz nach Außen

       
Eine Bündelung der Kräfte nach innen und eine aktivere Präsenz nach außen stärkt Hamburgs Position in der Logistik:

 

  •  Hamburg sollte seine Präsenz in Berlin und Brüssel verstärken und seine Netzwerke weiter ausbauen.
  • Die Wirtschafts- und Logistikmetropole Hamburg sollte international noch stärker vermarktet werden. Hierzu bedarf es eines geschlossenen Marketingkonzepts aus einer Hand.
Kontakt
Dr. Christina M. Arndt
Referentin für Wirtschaftspolitik und Organisation

Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg

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