13. Juli 2016
Hauptstadtfrühstück mit Mario Czaja MdA
Berlin wächst - Was bedeutet dies für Medizin und Pflege?
Die Berliner Gesundheitswirtschaft boomt, betonte der Berliner Gesundheits- und Sozialsenator Czaja während des Hauptstadtfrühstücks des Wirtschaftsrates, Landesverband Berlin-Brandenburg, am 13. Juli 2016.
Allein ein Fünftel der 50.000 von April 2015 bis April 2016 neuen sozialversicherungspflichtigen Jobs seien im Bereich der Gesundheit entstanden. Sicher, so Senator Czaja, seien Einwanderung und Zuzug wichtige Faktoren, dennoch habe auch der Gesundheitstourismus enorm zugenommen. Für den Erhalt dieses Wirtschaftsfaktors brauche man ein hohes Niveau an Gesundheitsinfrastruktur, das letzten Endes auch den Berlinern zugutekäme. Verbessert habe sich die gesundheitliche Situation in der Hauptstadt schon heute; seit 5 Jahren liege die Lebenserwartung in Berlin über dem bundesdeutschen Durchschnitt, was dazu führe, dass sich die ältere Bevölkerung Berlins bis 2030 verdoppele. Um auf die Auswirkungen dieser steigenden Lebenserwartung und der damit verbundenen Multimorbidität vorbereitet zu sein, benannt Senator Czaja vier Entwicklungsschwerpunkte: 1. Die Sicherung von Fachkräften Jährlich benötige Berlin rund 10% mehr qualifiziertes Personal. Deshalb plädiert Senator Czaja für eine „Akademisierung des Pflegeberufs“ sowie für die Einführung eines Pflegeberufsgesetzes; 2. Der Ausbau der stationären und ambulanten Pflege zur Bedarfsdeckung;3. Eine verbesserte Verteilung der ambulanten Bedarfspflege und hausärztlichen Versorgung; In diesem Zusammenhang hob Senator Czaja die Umsetzung des Präventionsgesetzes hervor, um die lokale Versorgung aller Berliner zu garantieren. 4. Die Stärkung der Schnittstelle zwischen den ambulanten und stationären Angeboten. „Wir haben extrem gute Nationalspieler, aber keine Nationalmannschaft – Das Zusammenspiel fehlt“, sagte der Senator und nannte als Positivbeispiel die Schlaganfallversorgung, die bereits eine moderne und effiziente Betreuung von Patienten gewährleiste.Nicht ganz ohne Stolz verwies Senator Czaja darauf, dass fast alle der kommunalen Berliner Krankenhäuser schwarze Zahlen schreiben und unterstrich damit, dass Berlin, seiner Meinung nach, gute Rahmenbedingen hätte.Zum Thema Flüchtlinge stellte der Senator klar: 2015 seien 80.00 Flüchtlinge nach Berlin gekommen und davon hätten 45.000 Asyl beantragt. Diese Zahl, so Czaja, entspräche absolut dem Königssteiner Schlüssel. Auch stellte er klar, dass bereits in 2014 die Zahl der Flüchtlinge merklich zu steigen begann und diese Zahlen durch das Griechenland-Türkei-Abkommen deutlich zurückgingen. Damit seien in 2016 bis dato 10.000 Neuankömmlinge zu verzeichnen. Heute kämen im Durschnitt 25 pro Tag, deren „Bleibequote“ bei 20% läge. Weiter führte Senator Czaja aus: 75% der Flüchtlinge seien unter 35; 75% seien männlich; nur 10% könnten einen, nach deutschen Standards, anerkennungswürdigen Abschluss vorweisen und 10% seien definitiv Analphabeten. Dies stelle unsere traditionelle Ausbildung, die bereits in der Schule beginne, vor enorme Herausforderungen. Und dennoch oder gerade aus diesen Gründen, boome die Nachfrage der Arbeitgeber nach der Beschäftigung von Flüchtlingen so stark, dass der Arbeitgeberservice der Arbeitsämter schlichtweg überrannt werde.
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Markus Rosenthal
Landesgeschäftsführer
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