19. Juli 2017
Bildung, Ausbildung, Weiterbildung - Aktuelle Herausforderungen in der schulischen und unternehmerischen Praxis
Die Landesfachkommission Wissenschaft, Bildung und Beschäftigung des Wirtschaftsrates Mecklenburg-Vorpommern diskutierte in Warnemünde Praxisbeispiele, infrastrukturelle Rahmenbedingungen und die neue Weiterbildung zum Fachpraxispädagogen.

Digitalisierung und demografischer Wandel stellen die Aus- und Weiterbildung vor neue Herausforderungen. Vielfach ist von einem Paradigmenwechsel die Rede. In jedem Falle erfordert der Strukturwandel eine stärkere Professionalisierung der Ausbilder und Lehrkräfte. Dies betrifft insbesondere die fachpraktische Unterweisung. Es reicht einfach nicht mehr aus, Erfahrungswissen an junge Menschen weiter zu geben. Um langfristig fachpraktisch lehren und anleiten zu können, wird neben dem Fachwissen stärker denn je eine pädagogische Qualifikation zu einem Qualitätskriterium.

 

So stehen Ausbilder, Fachpraxislehrer, Mentoren, Trainer und Führungskräfte vor der Notwendigkeit, ihre methodisch-didaktischen Kompetenzen zu erweitern und ihre Ausbildungs- und Führungstätigkeit zu professionalisieren.

 

Wie kann man diesem Paradigmenwechsel gerecht werden?

Welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung?

Welche Instrumente unterstützen dabei?

 

Diese und weitere Fragen wurden im Symposium „Bildung, Ausbildung, Weiterbildung - Aktuelle Herausforderungen in der schulischen und unternehmerischen Praxis“ der Landesfachkommission Bildung, Beschäftigung und Wissenschaft von den Vorsitzendenden Dr. Sven T. Olsen und Sascha J. Flemnitz thematisiert.

 

„Es geht mehr denn je um die Verantwortung von Unternehmen bei der Generierung, Erhaltung und Nutzung von Wissen. Die Biografien und Lebensentwürfe der Menschen verändern sich. Einem strukturierten Transfer von fachpraktischem Wissen kommt somit eine besondere Bedeutung zu. Mit der Digitalisierung der Arbeit muss die Digitalisierung der Bildung einhergehen“, so Olsen, CEO der SeminarCenterGruppe, der das Symposium moderierte.

 

Jan Lilje, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, freier Dozent und Trainer im Bereich Digitales Lernen und Medienkommunikation, gab den Teilnehmenden anhand einiger Beispiele einen Einblick in den Bereich der Digitalen Bildung. Angefangen von videobasierten Onlinekursen und virtuellen Lernlandschaften bis hin zu Gamification und Virtual Reality - anschaulich und praxisnah stellte Jan Lilje verschiedene Lernformate vor, die schon heute in der Bildungspraxis Einzug gehalten haben.

 

Anschließend bekräftigte Rolf Hoffmann, Geschäftsführender Gesellschafter Kabel + Satellit Bergen Kommunikationstechnik GmbH, dass neben einem infrastrukturellen Ausbau und der Anbindung an ein Hochleistungsdatennetz digitale Bildungsformate Einzug in Unternehmen und Schulen nehmen müsse. Es werden demnach Pädagogen benötigt, die mit einem weiteren Blick und modernen didaktischen Ansätzen „ausgestattet“ sind.

 

Dass nicht nur das „Was?“, sondern insbesondere das „Wie?“ entscheidende Fragen sind, wurde im Vortrag von Sascha J. Flemnitz, stv. Geschäftsführer der SeminarCenterGruppe, vertieft. Die Fachpraxis an beruflichen Schulen sowie in den Unternehmen standen hier im Mittelpunkt der Diskussion. Deutlich wurde, dass neben der Verfügbarkeit von Technik und Datennetzen vor allem die Bereiche der Kompetenzentwicklung und -vermittlung eine Rolle spielen. Die gezielte (pädagogische) Weiterbildung der Lehrenden unter Berücksichtigung der veränderten Rahmenbedingungen ist notwendig, um dem Paradigmenwechsel in der Beruflichen Bildung gerecht zu werden. 

 

Im Vortrag wurde deutlich, dass die neu konzipierte Weiterbildung zum Fachpraxispädagogen bzw. zur Fachpraxispädagogin ein Instrument zur Bewältigung der Herausforderungen darstellt.

 

Eine angeregte Diskussion rundete die Veranstaltung ab. Vertreterinnen und Vertreter von Schulträgern, Bildungsinstitutionen, Kammern und Unternehmen tauschten sich über aktuelle Probleme im Bildungsalltag aus und erörterten Ansätze einer modernen Berufsbildung.

 

Die Landesfachkommission Wissenschaft, Bildung und Beschäftigung wird ihre Aktivitäten ausbauen und im Rahmen neuer Veranstaltungen den Dialog mit Praktikern suchen, fügen Olsen und Flemnitz schließlich hinzu. Dies beinhaltet auch Kooperationen mit Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Hochschulen.

Kontakt
Frank Roller
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Mecklenburg-Vorpommern
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Telefax: 0385/ 5558839