19. September 2013
Wirtschaftsrat feiert 50-jähriges Jubiläum
Der Bremer Landesverband des Wirtschaftsrates hat das 50-jährige Bestehen des Vereins auf Bundesebene gefeiert. Festrednerin war die frühere Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main, Dr. Petra Roth, die zum Thema „Kommunale Daseinsvorsorge – Wirtschaftliche Unternehmen“ sprach und damit städtische Themen in den Fokus rückte.
Foto: Sabine v.d. Decken

Das Vorstandsmitglied der Bremer Landesbank, Dr. Guido Brune, freute sich, die Teilnehmer der Jubiläumsveranstaltung in den Räumen des Landhauses am Rüten begrüßen zu dürfen.

 

Imke Goller-Wilberg begrüßte als Landesvorsitzende die Mitglieder, Freunde und Förderer des Wirtschaftsrates. Besonders willkommen hieß sie die Festrednerin Dr. Petra Roth. „Mit einer Kommunalpolitik, die sich für mehr Sauberkeit und Sicherheit des öffentlichen Raumes einsetzt, haben Sie dem Frankfurter Bürger das Gefühl zurückgegeben, dass er sich wieder sicher in seiner Stadt fühlen kann, und haben damit zur Daseinsvorsorge einen entscheidenden Beitrag geleistet. Frankfurt am Main gilt heute im Städteranking wieder als eine Stadt mit höchster Lebensqualität“, sagte Goller-Wilberg mit Blick auf Dr. Roth.

 

In einem kurzen historischen Abriss stellte die Landesvorsitzende außerdem die Wurzeln des Wirtschaftsrates heraus und erinnerte an die Einhaltung marktwirtschaftliche Prinzipien. An die Bremische Politik richtete Goller-Wilberg deutliche Worte: „Wenn Politik nur noch zum Selbstzweck und Klassenerhalt dient, dann haben Politiker ihren Wahlauftrag vergessen“. In diesem Sinne mahnte die Landesvorsitzende eine zurückhaltende Ausgabenpolitik an und forderte günstige Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von mittelständischen Unternehmen.

 

In einem Grußwort überreichte der Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Thomas Röwekamp dem Wirtschaftsrat eine Geburtstagstorte und lobte den Verein als ordnungspolitisches Korrektiv und Gewissen.

 

Den Höhepunkt des Abends markierte die Rede der früheren Frankfurter Oberbürgermeisterin Dr. Petra Roth. Selbstbewusst sprach diese sich für mehr kommunale Freiheit aus und forderte die Entlastung der Städte von Aufgaben, die vom Bund auferlegt wurden. „Die Big Seven unter den Städten sprechen hier mit einer Stimme. Für die Zukunftsthemen: Integration, Bildung und Umweltschutz benötigen die Städte mehr Handlungsfreiheit“, führte Roth aus. In der Bundesrepublik hingegen ist die Lenkung der städtischen Gesellschaft auch weiterhin möglich. „Durch die Erhebung eigener Steuern können Kommunen Löhne und Preise an die Kaufkraft einer Region anpassen und so die Steuerungsmöglichkeiten für sich erhalten“, fasste Roth zusammen.

Foto: Wirtschaftsrat

Darüber hinaus müsse auch das Verhältnis von Staat und Bürger neu definiert werden. „Wenn wir die Städte als Konzerne begreifen, die mit Gefühl geleitet werden müssen, dann müssen wir auch den Bürger als Konsumenten in den Mittelpunkt stellen, der Dinge wie Bildung, Sicherheit und Pflege nachfragt. Dieses Verständnis gilt es heute bei der Daseinsfürsorge und -vorsorge zu beachten“, schlussfolgerte die Oberbürgermeisterin a.D. Den Abschluss von Dr. Roths Rede bildete die Energiewende. Auch hier sieht das ehemalige Stadtoberhaupt die Kommunen in der Pflicht. So könne nur der dezentrale Einsatz verschiedener Instrumente zu einem Erfolg führen. Energieeffizienz, neue Erzeugungstechniken und die Einsparung von Energie bildeten eine Einheit und trügen dazu bei, dass die Energiewende auf kommunaler Ebene machbar bleibt.

 

Am Schluss der Veranstaltung wurden noch die Jubilare für ihr Engagement im Wirtschaftsrat mit einer Urkunde ausgezeichnet und geehrt. „Sie alle haben durch ihr vielfältiges Engagement in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft den Wirtschaftsrat, das Bundesland Bremen und die Bundesrepublik mitgestaltet und wir hoffen, dass Sie dies auch in Zukunft tun werden“, bedankte sich Imke Goller-Wilberg. Nach diesen feierlichen Worten konnten sich die eingeladenen Gäste in der netten Atmosphäre des Landhauses austauschen und den Abend ausklingen lassen.

Foto: Sabine v. d. Decken