30. März 2012
Bremsen für Ausbau Offshore-Windenergie lösen!

„Wir müssen den Netzanschluss bei Offshore-Windparks beschleunigen, sonst geht der Energiewende die Puste aus. Daher werden wir schnellstmöglich konkrete Lösungsvorschläge für offene Fragen zur Finanzierung und Haftung vorlegen.“ betonte der seit März für das Thema Energie zuständige Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Stefan Kapferer, zur Sitzung der Bundesfachkommission Energiepolitik des Wirtschaftsrates in Berlin.

Thomas Bareiß MdB, Koordinator in Energiefragen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unterstrich: „Der Ausbau der Offshore-Windenergie ist ein zentraler Baustein für das Gelingen der Energiewende und verfügt über großes Innovationspotenzial. Allerdings müssen wir die Kosten transparent machen und alle Maßnahmen mit einem Preisschild ausstatten. Nur so können wir sachlich über Verteilung der Kosten diskutieren und die Akzeptanz der Bürger für die Energiewende stärken.“ Dr. Johannes Lambertz, der Vorsitzende der Bundesfachkommission Energiepolitik, betonte: „Wir müssen die Bremsen beim Ausbau der Offshore-Windenergie schnell lösen. Das Industrieland Deutschland ist auf 8760 Stunden sicheren Strom im Jahr angewiesen. Daher gilt es, beim Ausbau der erneuerbaren Energien den effizientesten Standorten Vorfahrt einzuräumen. Bei Offshore sind bis zu 4.200 Volllaststunden im Jahr möglich. Für Onshore etwa nur die Hälfte und Photovoltaik weniger als ein Viertel.“

In der Nord- und Ostsee sollen bis zum Jahr 2030 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 25.000 Megawatt installiert werden. Das entspricht nach heutigem technologischen Stand rund 5.000 Anlagen. Bisher sind jedoch nur rund 150 MW gebaut und am Netz. Das sind nur 0,6 Prozent. Dies verdeutlicht die gigantischen Herausforderungen vor denen deutsche Ingenieure bei der Umsetzung der Energiewende stehen: In den nächsten Jahren muss fast jeden Tag ein Windrad in der Nord- oder Ostsee aufgestellt werden. Wobei jedes Einzelne fast so hoch ist wie der Kölner Dom.

Um den Strom aus den großen Windparks auch nutzen zu können, müssen diese parallel zum Aufbau an das Stromübertragungsnetz angeschlossen werden. Ursprünglich war geplant, die Offshore-Parks mit einer Frist von 30 Monaten anzuschließen. Diese Frist hat sich jetzt um über eineinhalb Jahre verlängert, mit steigernder Tendenz. Ungeklärte Fragen zur Finanzierung und Haftung bei möglichen Verzögerungen und Ausfällen stellen derzeit die größten Hürden für weitere Planungen von Windparks vor der Küste dar. Denn die Kosten für einen langen Ausfall eines Offshore-Parks können sich schnell im dreistelligen Millionenbereich bewegen. Um Planungssicherheit für alle Beteiligten sicherzustellen und die Energiewende mit frischem Wind auszustatten, müssen diese Fragen daher schnellstmöglich gelöst werden.

Weiterführende Informationen:

Themenseite Energiepolitik

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