24. April 2012
Chef des Lehrerverbandes beim Wirtschaftsrat
Schule nicht nur als Ort der Wissensvermittlung begreifen – Kompetenzen und Einstellungen ändern

Schulen seien heutzutage nicht mehr nur Orte der reinen Wissensvermittlung, sondern übernehmen längst eine Vielzahl gesellschaftlicher Aufgaben, die eine grundsätzlich veränderte Einstellung dazu bei den Bürgern erforderlich macht. So sollte man Schule als eine Einrichtung begreifen, die zur Erfüllung ihres Bildungsauftrages die Unterstützung und den intensiven Austausch mit anderen Institutionen wie Jugendämtern und Schulpsychologen brauche, glaubt der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbandes, Rolf Busch. Zum Wohle der Schüler forderte er daher bei einem Frühstücksgespräch des Wirtschaftsrates Thüringen in Erfurt eine engere und verbindliche Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einrichtungen in Form eines „zweiten Kollegiums“. Um dem - aufgrund von Überalterung in den Lehrerkollegien - erwarteten Lehrerkollaps in den kommenden Jahren entgegenzuwirken, fordert der Verband außerdem pro Jahr die Neueinstellung von 500 beamteten Vollzeit-Lehrern im Freistaat.

Der Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Roland Merten, verlangt hingegen eine differenzierte Sicht auf das Problem der fehlenden Lehrer. So sei für die Neueinstellung von Lehrern die richtige Fächerkombination von grundlegender Bedeutung. Während es zu viele Deutsch- und Ethiklehrer gebe, fehle es an Lehrern in sämtlichen romanischen und alten Sprachen, Kunst und Musik. Er verlangte eine bedarfsgerechtere Ausbildung. Einig war er sich hingegen mit dem Vorsitzenden des Lehrerverbandes und zahlreichen Gästen darüber, dass die Kompetenzen verschiedener Institutionen mit verschiedenen Etats besser gebündelt werden sollten, um so Überschneidungen zu vermeiden, fachliche Kompetenzen zu bündeln und vor Ort zielgenauer intervenieren zu können. „Kompetenznetzwerk“ heißt hier das Zauberwort.

 

Nach Ansicht von Dr. Andreas Stute, Erfurter Sektionssprecher des Wirtschaftsrates Thüringen, sollte man den Fokus verstärkt auf den einzelnen Lehrer legen. „Unabhängig von den zum Teil heftig umstrittenen Schulformen ist doch der einzelne Lehrer derjenige, dessen pädagogische Fähigkeiten letztendlich darüber entscheiden, inwieweit es gelingt, einen Schüler für Schule und Ausbildung zu begeistern oder nicht“, ist er sich sicher. Daher sollten seiner Meinung nach auch vor allem die Kompetenzen des einzelnen Lehrers gestärkt werden, genauso wie seine  Verantwortung und Freiheiten.

 

Kontakt

 

Andreas Elm von Liebschwitz

Landesgeschäftsführer

 

Wirtschaftsrat der CDU e. V.

Landesverband Thüringen

 

Telefon 03 61 - 5 66 14 88

Telefax 03 61 - 5 66 14 90

 

lv-thueringen@wirtschaftsrat.de