14. September 2016
China und Deutschland: Partner mit Perspektive?
Junger Wirtschaftsrat zu Gast im chinesischen Generalkonsulat
In der ersten Hälfte dieses Jahres machte Chinas Wirtschaft mit dem geringsten Wachstum seit zwei Jahrzehnten auf sich aufmerksam. Zwar schien sich die Lage zuletzt wieder zu entspannen. Um die Zukunftsfähigkeit der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft zu sichern, bedarf es allerdings grundlegender Veränderungen. Über die Reformpläne der chinesischen Regierung informierte nun Wang Shunqing, Generalkonsul der Volksrepublik China, die Mitglieder und Gäste des Jungen Wirtschaftsrates bei einem gemeinsamen Frühstück im chinesischen Generalkonsulat Frankfurt.
Wang Shunqing (Foto: Wirtschaftsrat)

„In den vergangenen Jahren war die chinesische Wirtschaft zu sehr von billigen Ressourcen und einer hohen Exportquote abhängig.“, erklärte Wang Shunqing, Generalkonsul der Volksrepublik China. „Nun benötigt China eine Qualitätsverbesserung in der wirtschaftlichen Entwicklung.“ Aus diesem Grund habe die chinesische Regierung ein Konzept für eine innovative, koordinierte, nachhaltige, offene und teilhabende Entwicklung erarbeitet. Die Umsetzung dieser Reformen sei allerdings schwierig, da zusätzlich das Problem der Überkapazitäten bestehe: „China wird oft vorgeworfen, die alleinige Schuld an der derzeitigen Überproduktion zu tragen. Allerdings handelt es sich hierbei um ein globales Problem, das nicht nur Stahl betrifft, sondern auch Energieträger wie Erdgas, Kohle und Öl.“ Die chinesische Regierung habe zuletzt die Stahlproduktion um 50 Millionen Tonnen reduziert und plane eine weitere Reduktion um 150 Millionen Tonnen. Allerdings komme es in diesem Zuge zu mehr als einer Million Entlassungen. China steht vor einem Zielkonflikt: Die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Ankurbelung der Wirtschaft und der Abbau von Überkapazitäten. Diesen gelte es zu beherrschen.

 

Wang erinnerte in seinem Vortrag daran, dass sich im nächsten Jahr die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China zum 45. Mal jährt: „In dieser Zeit hat China immens von den Investitionen und den Technologien aus Deutschland profitiert, während viele deutsche Unternehmen mit China einen bedeutenden Absatzmarkt erschlossen haben.“ Nun gelte es, die deutsch-chinesischen Beziehungen weiter zu stärken und neue Wege der Zusammenarbeit zu beschreiten. Neben einer verstärkten Kooperation im Finanzbereich werde es zukünftig vor allem im Bereich der Industrie 4.0 zu einer verstärkten Partnerschaft kommen.

Wang Shunqing (Foto: Wirtschaftsrat)
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