13. Juni 2013
Compliance und Kommunikation
Podiumsdiskussion mit den Rechtsexperten Henrik Riedel und Janos Goenczoel
„Compliance ist nichts Neues - Unternehmen mussten schon immer Gesetze einzuhalten. Doch die Welt wird komplexer und etwaige Verstöße immer härter geahndet“, eröffnete Gastgeberin Dr. Anne de Boer, Partnerin bei GSK Stockmann + Kollegen Rechtsanwälte Steuerberater Partnergesellschaft in Stuttgart den Themenabend „Compliance“ in ihrem Hause über den Dächern Stuttgarts.
Diskussion mit Henrik Riedel und Janos Goenczoel(Foto: WR)

Dr. Peter Wende LL.M., Landesvorsitzender des Jungen Wirtschaftsrates, begrüßte und sensibilisierte die Teilnehmer: „Compliance: ein komplexes Thema an sich. Der Wirtschaftsrat vertritt das Leitbild des ehrbaren Kaufmanns. Die Kombination von Recht und Kommunikation fordert daher die Unternehmen umso mehr: Was erwartet der Verbraucher?“

Im Hinblick auf die steigenden rechtlichen Anforderungen und Erwartungen der Öffentlichkeit an eine gute und nachhaltige Unternehmensführung – heute allgemein als „Compliance“ bezeichnet, diente die Veranstaltung dazu,  den anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmern verantwortungsbewusste Unternehmenslenkung greifbarer und zugänglicher zu machen.


Dr. Anne de Boer (Foto: WR)

Die eingeladenen Referenten, Henrik Riedel L.L.M., Partner und Rechtsanwalt von GSK Stockmann + Kollegen, und Janos Goenzcoel, Partner der Brunswick Group München, beleuchteten in der Diskussion zahlreiche wichtige Faktoren hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung eines Unternehmens und der Relevanz von Compliance für ein Industrie- oder Wirtschaftsunternehmen. Anhand praktischer Beispiele wurden die Risiken von Compliance-Verfehlungen für ein Unternehmen sowie die „Skandalisierung“ bekannt gewordener Fälle in den Medien aufgezeigt.

Janos Goenczoel, ehemaliger Pressesprecher bei Siemens, teilte seine Erfahrungen, die er während der Korruptionsaffäre um Siemens machte, mit den Anwesenden. „Eine enge Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden ist für jedes Unternehmen unabdingbar“ so Goenczoel.

Dr. Peter Wende LL.M., Landesvorsitzender Junger Wirtschaftsrat (Foto: WR)

Desweiteren wurde der finanzielle Mehrwert von Compliance diskutiert. Die Referenten waren sich einig, dass eine verantwortungsbewusste und nachhaltige Unternehmensführung deutliche finanzielle Mehrwerte generieren kann. Laut Goenczoel ist ein etwaiger Imageschaden einer falsch getroffenen Entscheidung erheblich teuer und negativer für ein Unternehmen.

Doch um die positiven Auswirkungen, die Compliance auf ein Unternehmen haben kann, zu nutzen, ist ein besonderer Denkansatz gefragt. „Das jeweilige Konzept muss firmenintern nicht nur akzeptiert, sondern auch von jedem einzelnen Mitarbeiter aktiv gelebt werden“ erläuterte Henrik Riedel. Vor allem in Krisensituationen ist ein sinnvoller Maßstab essential für das Fortbestehen eines Unternehmens. Er argumentierte, dass trotz allen Compliance-Reglementierungen der gesunde Menschenverstand die fundamentale Ressource für eine verantwortungsvolle Unternehmenslenkung ist. „Jeder in der Firma muss sich die Frage stellen, ob er Teil des Problems oder Teil der Lösung ist und dementsprechend handeln“, fasste Janos Goenczoel zusammen.

„Wie die Diskussion gezeigt hat, ist ein Compliance-Konzept nicht nur ein weiteres, einschneidendes Regelnetzwerk, an das sich Unternehmen halten sollen, sondern birgt vielmehr ein wertvolles Werkzeug, um das Unternehmen mit seinen Herausforderungen und vor allem Kunden in Einklang zu bringen“, schloss Dr. Peter Wende die Veranstaltung.