12. September 2016
CSU-Mütterrente 2.0 schlägt bei den Jungen ein
Wolfgang Steiger: Wer weitere Renten-Leistungen zulasten der jungen Generation beschließt, verschärft die Armutsprobleme in Deutschland

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. kritisiert die Forderung der CSU nach einer Mütterrente 2.0. „Mehr Armut in Deutschland ist das traurige Ergebnis, wenn sich die CSU mit ihren Plänen durchsetzt und weitere Rentengeschenke auf Kosten der jungen Beitragszahler verteilt“, erklärt der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger. „Denn die Generation die Altersgruppe über 65 wird auch 2030 ebenso wie heute mit Abstand am wenigsten von Armut betroffen sein. Zusätzliche Rentenleistungen, die zugleich den Jungen noch mehr Lasten aufbürden, verschlimmern daher die Armutsprobleme in Deutschland anstatt sie zu lindern. Gleichzeitig ist eine Rentenerhöhung für eine bestimmte Gruppe immer auch eine Rentensenkung für alle übrigen Ruheständler.“

Steiger weiter: „Wenn die CSU an einer Mütterrente 2.0 bastelt, dann muss sie gleichzeitig klarmachen, wie die Lasten finanziert werden sollen, ohne die jungen Generation zum alleinigen Lastesel zu machen. Verantwortungslos wäre es dagegen, den Beitragszahlern die Kosten von jährlich über 6,5 Milliarden Euro noch zusätzlich auf die Schultern zu packen – sei es durch höhere Steuern oder höhere Zahlungen an die Rentenkasse. Denn der Rentenbeitrag wird ohnehin von heute 18,7 Prozent auf 23 Prozent in 2030 ansteigen, gerade auch wegen der katastrophalen Rentenpolitik der Großen Koalition. Allein das erste Rentenpaket– v.a. Mütterrente 1.0 und Rente mit 63 – hat die Zukunftslasten der Gesetzlichen Rentenversicherung um weitere 285 Milliarden Euro in die Höhe getrieben.  


Bis 2060 werden allein die Sozialabgaben – Steuern noch nicht einmal berücksichtigt – nach Berechnungen der Wirtschaftsweisen ohne Gegenmaßnahmen bis auf ca. 48,5 Prozent des Lohnes nach oben schnellen. Davon entfällt dann allein ein Beitrag von 26,5 Prozent auf die gesetzliche Rentenversicherung. Eine zukunftsgerichtete Rentenreform braucht deshalb als klaren Focus: Wie können wir verhindern, dass die Jungen, Erwerbstätigen, von den Kosten der Bevölkerungsalterung erdrückt werden? Die klare Antwort des Wirtschaftsrates: Eine längere Lebensarbeitszeit – auch über den 67. Geburtstag hinaus – sichert auskömmliche Renten, ohne die junge, erwerbstätige Generation zu überlasten.“

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