11. Oktober 2017
CyberWehr - die "Feuerwehr" im IT-Sektor
Kräfte bündeln zur Bekämpfung von Cyber-Angriffen
Innenminister Strobl kündigte beim CyberWehr-Gipfel in Karlsruhe die Schaffung einer Notfall-Anlaufstelle für Unternehmen an, die von Cyber-Attacken betroffen sind. Bei der Gemeinschaftsveranstaltung des Wirtschaftsrats, der Wirtschaftsjunioren Karlsruhe und des Cyber-Forums, diskutierten am Mittwochabend rund 200 Unternehmer und Experten über die neusten Entwicklungen in der IT-Sicherheit.
Dirk Fox, geschäftsführender Vorstand des Cyber-Forums, berichtet über aktuelle Trends in der Hackerszene (Foto: WR)

Dirk Fox, geschäftsführender Vorstand des Cyber-Forums, erläuterte die neuesten Trends bei Hackerattacken: aufgrund der riesigen Anzahl neuer Schadprogramme pro Tag seien Virenscanner meist erst nach 72 Stunden imstande, die Hacker-Programme zu erkennen.  Er verdeutlichte daher die Notwendigkeit einer CyberWehr, sozusagen eine Feuerwehr im Bereich der Cyberattacken, die zertifizierte Expertenteams an die Betroffenen Unternehmen vermittelt. Die Cyberwehr soll in Karlsruhe, der „Digitalisierungshauptstadt Deutschlands“, angesiedelt werden, dies kündigte Innenminister Strobl in seinem Vortrag an. Geplant sei keine Behörde, sondern eine Clearingstelle zur Weitervermittlung von Experten, die auch auf freiwillige Mitarbeiter setze – eben wie die Feuerwehr. Starten soll das Projekt schon Anfang 2018.

Innenminister Strobl kündigt an: Die CyberWehr kommt nach Karlsruhe (Foto:WR)

Florian Buzin, Geschäftsführer der STARFACE GmbH, berichtete,  wie sein Unternehmen nach einer Cyberattacke mithilfe des LKA, BKA und weiteren IT-Forensikern die Lücke im Sicherheitssystem finden und beheben konnte. Seine Empfehlung ist simpel: regelmäßige Updates und Passwortänderungen.

„Das Ziel ist ein gemeinsamer digitaler Binnenmarkt“ – so beschreibt Dr. Carl-Christian Buhr, Kabinettschef der Kommissarin für digitale Wirtschaft, Mariya Gabriel, das Vorhaben der Europäischen Kommission. Das im Sommer entwickelte und aktuell im Rat und Parlament diskutierte Cybersicherheitspaket der Kommission beinhalte daher auch Aspekte aus dem Bereich Strafverfolgung und geplante Investitionen in die IT-Sicherheit. Außerdem wird ein europäischer Zertifizierungsrahmen für IT Produkte und Dienste vorgeschlagen.