09. Juni 2018
"Da müssen wir die Debatte vom Kopf auf die Füße stellen"
Jens Spahn im Dialog mit dem Wirtschaftsrat
(v.l.n.r) Manfred Ringmaier, Jens Spahn und Wolf Christian von Herff (Foto: Wirtschaftsrat)

auch in Zukunft gesichert werden? Damit die Menschen auch in fünf oder zehn Jahren gut leben können, braucht es die nötige Kraft und Entschlossenheit, Strukturänderungen und Innovationen jetzt anzugehen.

Das ist, kurz zusammengefasst, die Botschaft, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Gästen des Jungen Wirtschaftsrates in Bielefeld übermittelte. Trotz hochsommerlicher Temperaturen waren viele Interessierte der Einladung des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen des Jungen Wirtschaftsrates zum Vortrag „Soziale Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert: Motor für Wachstum und Wohlstand“ gefolgt. Wolf Christian von Herff, Mitglied des Landesvorstands des Jungen Wirtschaftsrates, begrüßte die Teilnehmer und führte durch die Diskussion.

Bundesgesundheitsminister Spahn lenkte den Blick auf drei Themenfelder: Demographischer Wandel und seine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, Digitalisierung und Infrastruktur. In allen Feldern geht es darum, „den Wandel zu gestalten – und nicht darum, ihn zu erleiden“, so Spahn. Zum Beispiel Demographie: Spahn sprach sich erneut dafür aus, eine „Kultur des längeren Arbeitens zu entwickeln“. Hier habe man mit der Flexi-Rente bereits Anreize geschaffen. Zu diesem Thema gehörte ebenso die Wertschätzung von handwerklich-gewerblichen Berufen. Die duale Ausbildung habe die gleiche Anerkennung verdient wie das Abitur, „da müssen wir die Debatte vom Kopf auf die Füße stellen“ (Spahn).

Jens Spahn und Wolf Christian von Herff (Foto: Wirtschaftsrat)

Stichwort Digitalisierung: „Wir sollten uns nicht immer auf Risiken konzentrieren, sondern die Chancen nutzen und zugleich unsere Standards entwickeln.“ Spahn nannte als Beispiel das Konzept der Online-Sprechstunde in der ärztlichen Versorgung. Schließlich das Thema Infrastruktur: „In der Zeit, in der wir in Berlin keinen Flughafen bauen, bauen die Chinesen 60 Flughäfen“, merkte der Minister an. „Wir müssen da einfach schneller werden und zum Beispiel das Planungsrecht entrümpeln.“ Etwa beim Lückenschluss an der Autobahn 33 vor Bielefelds Haustür. „Da wird jetzt immerhin weitergebaut, wie ich auf der Fahrt hierhin gesehen habe.“

An den Vortrag schloss sich eine rege Diskussion an, die von der Zuwanderung bis zum Zustand der Europäischen Union reichte. Jens Spahn zeigte sich auch in diesen Politikfeldern diskussionsfreudig und meinungsstark. Der große Schlussapplaus nach gut zwei  Stunden Vortrag und Diskussion zeigte: Mit der Einladung des Bundesgesundheitsministers hatte der Wirtschaftsrat die richtige Wahl getroffen.