11. Mai 2011
Sektion Darmstadt
Darmstadt besorgt über Fachkräftemangel
Neuer Oberbürgermeister von Darmstadt zu Gast
Der sich zunehmend abzeichnende Fachkräftemangel in Darmstadt macht auch dem gerade direkt gewählten Oberbürgermeister Sorgen. Jochen Partsch (Die Grünen) plädierte denn auch anlässlich einer Diskussionsveranstaltung des Wirtschaftsrates, Sektion Darmstadt, eindringlich dafür, die Attraktivität der Stadt für Familien besonders in den Bereichen Bildung, Betreuung und Wohnraumangebot zu steigern.

Für die „Sicherung und den Ausbau des Standortes Darmstadt“, unter diesem Titel lief die  Diskussionsveranstaltung, sei die Frage "Wie kommen wir mit dem Fachkräftemangel zurecht?" ein „Megathema“ auch für die Politik der nächsten Jahre, so Partsch auf seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Wahl. Unternehmen und Beschäftigte brauchten gute Perspektiven.

Ähnlich argumentierten die anderen Gäste auf dem Podium – Christian Kirk, Vorstandsvorsitzender der Medien-Gruppe Kirk und Anja Herdel, Geschäftsführerin der Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH. Der Vorschlag aus der Runde, mit den Unternehmen vor Ort gemeinsam zu überlegen, wie das Thema „Attraktivität Darmstadts“ auf fruchtbare Wege zu bringen sei, wurde allgemein begrüßt.

Podiumsdiskussion bei BMW in Darmstadt (Foto: Wirtschaftsrat)

Engagiert diskutiert wurden außerdem die Themen Gewerbesteuer (Partsch: Wer den Haushalt konsolidieren wolle, könne die Haupteinnahmequelle neben der Einkommensteuer nicht senken; außerdem habe Darmstadt von allen fünf hessischen Großstädten den niedrigsten Hebesatz), ICE-Anschluss, Freizeit- und Kulturangebote und Wohnungsmangel.

 

Marcel Riwalsky, Sprecher der Sektion Darmstadt, hatte in seiner Einladung bereits  die Diskussionsgrundlagen skizziert: Als eines der prosperierenden Wirtschaftszentren der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main bietet Darmstadt mehr als 88 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Dies ist umso bemerkenswerter, da Darmstadt insgesamt 140 000 Einwohner hat. Täglich pendeln fast 60 000 Arbeitsnehmer in die Stadt, in der etwa 10 000 Unternehmen und 1300 Handwerksbetriebe ansässig sind. Durch die Dynamik und Produktivität des Standortes hat Darmstadt auch in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten stets eine Arbeitslosenquote unter dem Bundesdurchschnitt und dem Hessens.