16. Februar 2016
Das E-Health-Gesetz und die Auswirkungen auf Unternehmen
Landesfachtagung Gesundheitswirtschaft
Prof. Volker Möws

Die Bundesregierung hat 2015 das eHealth-Gesetz auf den Weg gebracht. Damit wird die Digitalisierung im Gesundheitswesen einen wesentlichen Entwicklungsschub erfahren. Die elektronische Vernetzung und Kommunikation sowie innovative digitale Anwendungen tragen zu einem effizienten und modernen Gesundheitswesen bei. Außerdem schaffen technische Anwendungen mehr Qualität und Transparenz in der Versorgung.

 

Für die beteiligten Akteure ergeben sich damit umfangreiche Chancen und Herausforderungen, die es zu gestalten gilt. Es ist deshalb wichtig, sich fortlaufend mit den Möglichkeiten und Risiken auseinanderzusetzen, die sich aus dieser Entwicklung ergeben. Welche Möglichkeiten entfalten sich damit für junge Unternehmer und junge Unternehmen? Welche Chancen haben Start up-Unternehmen im digitalen Zeitalter der Gesundheitspolitik? Weitere Fragen ergeben sich aus der Sicht des Patienten. Laut des aktuellen TK Trendmonitors zum Thema Digitale Gesundheit suchen dreiviertel der Befragten (n=1009) Gesundheitsinformationen im Internet. Aber die Einbindung von patientenbezogenen Informationen ist derzeit und auch nach dem aktuellen EHealth-Gesetz weitgehend ungeklärt.

 

Diesen und weiteren Fragen widmeten sich in einem Expertengespräch des Wirtschaftsrates Prof. Dr. Michael Jünger, Dermatologe und Klinikleiter an der Universität Greifswald, Prof. Dr. Volker Möws, Geschäftsführer Politik im TK Büro Berlin und Dr. Marc Dangers, Geschäftsführer des Start up-Unternehmens arztkonsultation.de.


Prof. Jünger stellte den Patientennutzen seiner Derma-App M-SKIN vor. Danach profitiert der Patient durch die erhöhte Sicherheit, durch die zeitnahe Anpassung der Therapie und durch den bedarfsgerechteren Wechsel zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Zudem verwies er auf den Effekt der Familienkommunikation, denn vielfach helfen die Jüngeren den Älteren bei der Anwendung moderner Kommunikationsmöglichkeiten und -technik.


Prof. Möws ging in seinen Darstellungen auf den Stand des E-Health-Gesetzes ein und hob Forderungen zur weiteren Entwicklung heraus. Die Telematikinfrastruktur muss nun zügig umgesetzt werden und digitale Angebote zur medizinischen Versorgung sollten den Status der Modellphase beenden und in die Regelversorgung überführt werden. Das setzt Veränderungen in der Gesetzgebung voraus, denn die Versorgung von Patienten auf dem digitalen Weg ist in den Paragrafen des Sozialgesetzbuches noch nicht enthalten. Nur dann werden die von Prof. Möws vorgetragenen Beispiele telemedizinischer Anwendungen wie die Videosprechstunde, der TK-DepressionsCoach oder das elektronische Diabetes-Tagebuch weiteren Aufschwung und Nachfolgeprojekte erfahren.


Dr. Dangers stellte sein Start-up-Unternehmen vor. 2013 wurde arztkonsultation.de gegründet, weit vor dem E-Health-Gesetz 2015. Kern seines digitalen Angebotes ist die Videosprechstunde, die den Arztpraxen zur Verfügung gestellt wird. Zusätzlich bietet er über seine Plattform Dolmetscherdienste für Arztpraxen an. Beides wird gut von den ambulanten Ärzten wahrgenommen.

 

Die anschließende rege Diskussion griff Fragen zum Datenschutz und zum Patientennutzen auf. 

Frau Austenat-Wied im Gespräch mit Dr. Salzsieder

 

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