02. Juli 2013
"Das Internet ist kein rechtsfreier Raum"
Gemeinschaftsveranstaltung der Sektion Freiburg/Emmendingen und des Jungen Wirtschaftsrats: „Freiheit im Internet – Chancen und Risiken“
Sektionssprecher Prof. Dr. Frank O. Bayer und Maria-Lena Weiss vom Jungen Wirtschaftsrat begrüßten zu den Themen Datenschutz und Cloud-Computing im Internet. Während die NSA Whistleblower Edward Snowden jagt, erklärte Jörg Klingbeil, Landesbeauftragter für den Datenschutz Baden-Württemberg, wie viel Datenschutz das Internet wirklich braucht.
vlnr: Prof. Dr. Frank O. Bayer, Konstantin Petratos, Jörg Klingbeil, Dr. Hagen Schällig (Foto: WR)

Dr. Hagen Schällig, Mitglied des Sektionsvorstands, sagte in seiner Einführung, dass das Internet heute einer der größten Wachstumstreiber und Jobmotoren ist. So wächst die Internetwirtschaft in Deutschland jährlich um etwa acht Prozent. Geschätzte 40 Prozent aller Produktivitätsfortschritte beruhen auf der Informations- und Kommunikationstechnologie. Mit Smartphones, Cloud-Computing, Big Data, drahtlosen Netzwerken, GPRS und Sozialen Netzwerken seien nur einige bahnbrechende Entwicklungen angesprochen. Dies hat ein ständiges Ansteigen der Datenmenge zur Folge, so dass sich die weltweite Datenmenge alle zwei Jahre verdoppelt. Die damit verbundene Verarbeitung persönlicher Daten verunsichert viele.

Jungmitglied Maria-Lena Weiss und Sektionssprecher Prof. Dr. Frank O. Bayer bei der Begrüßung (Foto: WR)

Vor diesem Hintergrund brauchen wir einen breiten und sachlich geführten gesellschaftlichen Diskurs, der die Nutzung des mit dem Internet verbundenen wirtschaftlichen Potentials und die Gewährleistung von Datenschutzstandards zum Gegenstand hat. Der Wirtschaftsrat hat deshalb mit dieser Veranstaltung zur Führung einer verantwortlichen Debatte über Chancen und Risiken im Internet beigetragen.


Dabei gibt es bereits Regelungen, die auch auf das Internet angewandt werden. Diese müssen laut Jörg Klingbeil aber auch zum Vollzug gebracht werden: z.B. das Landes- und das Bundesdatenschutzgesetz sowie bereichsspezifische Vorschriften in anderen Gesetzen (z.B. Telekommunikationsgesetz, Telemediengesetz). Die Datenschutzgesetze des Bundes und der Länder dienen teilweise der Umsetzung der EU-Richtlinien zum Datenschutz in deutsches Recht. Natürlich kommt auch das Recht der „realen Welt“ zur Anwendung. Derzeit ist eine einheitliche EU-Datenschutzrichtlinie in Arbeit. Dabei ist laut Jörg Klingbeil darauf zu achten, dass das deutsche Datenschutzniveau nicht abgesenkt wird.

Gastgeber Konstantin Petratos, Geschäftsführender Gesellschafter der Cosinus Informationssysteme GmbH, zeigte die Chancen des Internets am Beispiel Cloud-Computing auf. Er erläuterte wie Cloud-Computing funktioniert und welche Möglichkeiten es bietet. Bei der Cosinus Informationssysteme GmbH handelt es sich um einen IT-Dienstleister, der sogenannte ERP-Lösungen auf Basis der Unternehmenssoftware Microsoft Dynamics NAV entwickelt und implementiert, die mit zertifizierten Branchen- und Speziallösungen den Bedürfnissen der Kunden angepasst wird.