16. September 2015
Debatte über höheren Mindestlohn verkennt die Realitäten
Wolfgang Steiger: Das deutsche Job-Wunder geht zu Ende!

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. wendet sich entschieden gegen die von Bundesarbeitsministerin Nahles angestoßene Debatte um eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns. „Frau Nahles mag sich von den Gewerkschaften für ihre Forderung bejubeln lassen. Doch letztlich sperrt sie Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge von Beschäftigung aus“, kritisierte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates. Wenn die Bundesministerin sich ausgerechnet jetzt, da eine stark wachsende Zahl von Menschen Arbeit suche, für eine Erhöhung der Lohnuntergrenze einsetzt, verkenne sie die Realitäten und lasse wieder einmal ökonomischen Sachverstand vermissen und Wunschdenken walten.

Integration gelingt vor allem am Arbeitsplatz, betonte Steiger. Jobverluste durch den Mindestlohn werden in der Gesamtstatistik derzeit noch von durch die gute Konjunktur neu entstehenden Jobs überlagert. „Doch überall da, wo die Lohnuntergrenze greift, ist die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt besonders ungünstig. Das deutsche Job-Wunder geht zu Ende!“, betonte Steiger.

 

„Ein Kahlschlag bei den Minijobs von 150.000 und der deutliche Einbruch der Zunahme sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sprechen eine deutliche Sprache. Gerade jedoch angesichts des Flüchtlingsstroms brauchen wir neue Jobs - auch im Niedriglohnsektor.“Nur so könnte Deutschland die Menschen integrieren, die die deutsche Sprache noch nicht ausreichend beherrschen, die sich mit unserer Kultur vertraut machen müssen, die ihre Qualifikationen an die komplexe deutsche Arbeitswelt anpassen müssen. „Vor diesem Hintergrund ist es verantwortungslos, eine Debatte über einen höheren Mindestlohn zu führen. Aufgabe einer Arbeitsministerin ist es, die Menschen in Lohn und Brot zu bringen. Frau Nahles betreibt das genaue Gegenteil“, sagt der Generalsekretär des Wirtschaftsrates. 

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