13. Februar 2017
Demografie feste Alterssicherung um Altersarmut zu vermeiden
Das erste Kasseler Unternehmerfrühstück in diesem Jahr stand ganz unter dem Thema „Alterssicherung und Altersarmut“. Als Referent begrüßte die Sektion Kassel ein politisch erfahrenes Mitglied aus ihren eigenen Reihen, Carsten Coordes.

Das Thema „Altersarmut“ wird derzeit kontrovers diskutiert, eine Lösung allerdings nicht. Ein Lösungsansatz ist die Anpassung des Renteneintrittsalters, doch dieser bietet lediglich eine eindimensionale Bewältigung der Problematik, die seit Jahrzehnten durchgeführt wird. Sind die Deutschen 1990 mit etwa 60 Jahren in Rente gegangen, so gehen sie heute erst mit etwa 64 Jahren in den Ruhestand. Das gesetzliche Renteneintrittsalter liegt mittlerweile sogar bei 67 Jahren.

 

Coordes erklärt, dass sich im Laufe der letzten 50 Jahre die Rentenlast verdoppelt hat. Kamen 1960 auf 100 Erwerbstätige 25 Ruheständler, finanzierten 2010 100 Erwerbstätige bereits 57 Rentner. Mit der Einführung der Agenda 2010, werden für 2050 immer noch 93 Rentner je 100 Erwerbstätige prognostiziert – im Vergleich zu 127 Rentnern ohne Agenda 2010. Dennoch rutschen immer mehr Ruheständler in die Altersarmut ab. So sind 2016 rund 3 Prozent der Rentner auf Sozialhilfe durch den Staat angewiesen. „Und die Zahl ist weiter steigend“, bestätigt Coordes.

 

Er schlägt eine mögliche Alternative vor, die es ermöglichen soll, dass Ruheständler ohne staatliche Unterstützung ihren Lebensabend nicht an der Armutsgrenze verbringen müssen. So fordert Coordes den Abschied der einheitlichen Rentenregelung. Nach Coordes sollte der Renteneintritt flexibel sein und zwischen Arbeitgeber und –nehmer individuell entschieden werden. Es sollte eine Art Grundeinkommen geben, welches durch Alterszuverdienst erhöht werden kann. „Allerdings muss für eine Umsetzung dieser Punkte, die Bildungs- und Arbeitspolitik angepasst werden. Außerdem sollten wir mit der Organisation frühzeitig starten, damit 2050 alle Ruheständler ohne Altersarmut leben können“, erklärt Coordes. In der anschließenden Diskussion wurde erkennbar, wir kontrovers die Meinungen zu diesem Thema sind.

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Michael Dillmann
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