08. April 2014
Der demografische Wandel - Perspektiven des Bildungswesens am Beispiel von Sachsen-Anhalt
Im Rahmen der Veranstaltung „Demografie in Sachsen-Anhalt - Zahlen und Fakten!“ diskutierten die Referenten zwei Zukunftsvisionen für Sachsen-Anhalt. Die erste, mit dem Arbeitstitel „Sachsen-Anhalt, von der Wiege zur Bahre der deutschen Nation?“ malte ein düsteres Szenario, das geprägt war von der Abwärtsspirale Abwanderung, Kinderlosigkeit, Überalterung und dem Aussterben des Landes. Das zweite Szenario „Sachsen-Anhalt, vom Kernland deutscher Geschichte zum Zukunftslabor des erfolgreichen Wandels“ war geprägt von den Chancen, die es zu ergreifen und umzusetzen gilt, um dem demographischen Wandel, der nur schwerlich zu stoppen sein werde, zu trotzen und daraus eventuell sogar Gewinn ziehen zu können.
Wilfried Köhler, Leiter der Stabsstelle Demografische Entwicklung, Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, Sachsen-Anhalt - Foro: Wirtschaftsrat

Nach der Begrüßung der Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates
durch Jürgen Witter, stellv. Sprecher der Sektion Wittenberg-Dessau, folgte eine kurze Vorstellung des IHK Bildungszentrum Halle Dessau GmbH und seines Bildungsangebotes durch die Geschäftsführerin Bärbel Schärff.

Im anschließenden Impulsvortrag von Wilfried Köhler, Leiter der Stabsstelle Demografische Entwicklung im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, Sachsen-Anhalt, mit dem Titel „Demografie in Sachsen-Anhalt - Zahlen und Fakten!“ wurden zwei Zukunftsvisionen für Sachsen-Anhalt aufgezeigt. Die erste, mit dem Arbeitstitel „Sachsen-Anhalt, von der Wiege zur Bahre der deutschen Nation?“ malte ein düsteres Szenario, das geprägt war von der Abwärtsspirale Abwanderung, Kinderlosigkeit, Überalterung und dem Aussterben des Landes. Das zweite Szenario „Sachsen-Anhalt, vom Kernland deutscher Geschichte zum Zukunftslabor des erfolgreichen Wandels“ war geprägt von den Chancen, die es zu ergreifen und umzusetzen gilt, um dem demographischen Wandel, der nur schwerlich zu stoppen sein werde, zu trotzen und daraus eventuell sogar Gewinn ziehen zu können.
Da die Artikel 72 und 106 GG die „Herstellung der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“ und „Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“ postulierten, sei die Gleichwertigkeit in der Versorgung und Lebensqualität in allen Teilräumen des Bundesgebietes angestrebt. Das gelte in Sachsen-Anhalt natürlich auch für alle Landesteile.

Ziel der Landesentwicklung, die öffentliche Daseinsvorsorge also auch in der dünn besiedelten Altmark sicherzustellen, muss also durch die Sicherung folgender Leistungen, wie Bildungseinrichtungen, ÖPNV, Gesundheits-einrichtungen, Kulturmöglichkeiten und Ver-/Entsorgungseinrichtungen erfolgen. Die Landesregierung ließe daher durch verschiedene Gremien schon Maßnahmen erarbeiten, die die drohende Abwärtsspirale umdrehen solle. Eine Kernaussage sei: Qualität statt Quantität: Schrumpfung und sinkende Bevölkerungsdichte bedeuteten nicht automatisch eine Verschlechterung.

Dr. Walter Bartl, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Soziologie, Halle - Foto: Wirtschaftsrat

Es folgte Dr. Walter Bartl vom Institut für Soziologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der „die Relevanz des demografischen Wandels für die regionalen Bildungssysteme am Beispiel von Sachsen-Anhalt“ erläuterte.
So bedeute der demographischer Wandel Alterung, Schrumpfung und Heterogenisierung, die räumlich disparat verteilt und regional stärker ausgeprägt sei als auf Bundesebene.
Die Ressourcen des Bildungssystems seien aber territorial gebunden.
Die Frage, wie die Akteure des Bildungssystems auf demographische Veränderungen reagierten, wurde beantwortet mit dem Abbau von Organisationseinheiten (Personal), dem Erfassen neuer Zielgruppen und neuen Organisationsformen.

Als Fazit nannte Dr. Bartl, dass eine dezentrale Versorgung erfolgen müsse, um Bildungsarmut zu vermeiden, dass das Innovationspotenzial zu stärken sei und dass der Klebeeffekt der Hochschulen genutzt werden müsse.

Nach einer intensiven Diskussion mit den Referenten folgte der Ausklang am Buffet.