15. Februar 2021
Aus den Ländern (Baden-Württemberg): Digitaler Neujahrsempfang mit Armin Laschet MdL
Hochkarätige Referenten hatte der Landesverband geladen: Neben dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten sprach die Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Dr. Susanne Eisenmann und hochkarätige Vertreter aus der Wirtschaft
Die Redner des Neujahrsempfangs (Quelle: WR)

Der digitale Neujahrsempfang des Wirtschaftsrats fand mit zahlreichen hochkarätigen Gästen statt. Erfreut über das große Interesse von Seiten der Politik wie auch der Presse zeigte sich der Landesvorsitzende Joachim Rudolf. Die Veranstaltung leitete Dietmar Böhm, Geschäftsführer der PreZero GmbH, ein und berichtete aus einem ereignisreichen Jahr 2020. Die vielfältigen Unternehmen rund um die Schwarz Gruppe waren bei der Versorgung der Bevölkerung essentiell. Herr Böhm wies auf die vielen Fortschritte hin. Man sei etwa stolz darauf, dass Verpackungen neuerdings zu 97 Prozent aus Recyclingmaterial hergestellt werden können.

 

Friedrich von Bohlen und Halbach, Mitbegründer und Geschäftsführer der dievini Hopp BioTech Holding und Mitglied des Aufsichtsrats von Curevac, führte die Veranstaltungsgäste in die Biotechnologie ein und warb für mehr Interesse an diesem Forschungsfeld. Die Besonderheit hierbei ist die Möglichkeit, Erkrankungen auf molekularer Ebene zu lesen und zu verstehen. Auch die Entwicklung des Corona-Impfstoffs basiert auf den Grundlagen der Biotechnologie. Der Vorteil der mRNA-Impfstoffe besteht darin, dass sie schnell an die sich mutierenden Viren angepasst werden können. Die molekularbiologische Revolution sieht von Bohlen und Halbach in Deutschland durch drei Faktoren ausgebremst, die er in der Zukunft verbessern möchte.

 

Erstens fehle der Technologietransfer zwischen Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft. Zweitens sei das nötige Kapital durch Investoren nicht vorhanden. Zum Vergleich: das Investitionsvolumen in Biotechnologie beträgt in den USA 50-mal mehr als in Deutschland oder der EU. Drittens bemängelte er in Deutschland eine Kultur, in der das Scheitern als negativ betrachtet wird. Nur durch die Offenheit, Fehler zuzulassen, kann es gelingen, die neuen Chancen und Potentiale auszuschöpfen.

Armin Laschet MdL wusste die Zuhörer zu überzeugen (Quelle: Pressefoto)

Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und CDU-Vorsitzende Armin Laschet widmete sich den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die er für die Unternehmen schaffen möchte. Zunächst thematisierte er die Pandemie, in der das Abwägen zwischen Gesundheitsschutz und Lockerungen die Politik vor Herausforderungen stellt. Zwar sei es populär, Vieles zu verbieten, doch der Lockdown führt zu neuen Schäden. Selbstverständlich werden das Virus und seine Mutationen ernst genommen. Jedoch ist es ein Balanceakt zwischen Gesundheitsschutz und den wirtschaftlichen wie sozialen Folgen, die durch die Regulierungen verursacht werden. Als Beispiel nannte Laschet den digitalen Unterricht, der kein gemeinsames Lernen in der Schule und insbesondere kein soziales Miteinander ersetzen kann.

 

Der Kern der Sozialen Marktwirtschaft muss wieder gestärkt werden, forderte Armin Laschet. Sowohl Risikobereitschaft als auch neuerliche Perspektiven müssen geschaffen werden. Mit der CDU will Laschet diese Modernisierung gestalten. Eine Senkung der Unternehmensteuer soll für Entlastungen und Liquidität sorgen. Hindernisse und Hemmnisse in der Bürokratie möchte der Ministerpräsident aus dem Weg räumen, sodass die Unternehmen wieder aufatmen können. Die Behörden müssen an einem Strang ziehen, wie es bei der Zulassung des Impfstoffs vorgemacht wurde, sodass Unternehmen schnell und flexibel agieren können.

 

Baden-Württemberg ist geprägt von der Autoindustrie und deren Zulieferern, diese brauchen Freiräume und Technologieoffenheit, um den Wandel mitzugestalten. Die soziale Marktwirtschaft und die soziale Frage müssen, wie in den vergangenen 70 Jahren, auch in Zukunft gemeinsam betrachtet werden, damit Wohlstand gehalten und ausgebaut werden kann.

 

Nach langen Monaten des Lockdowns möchte Dr. Susanne Eisenmann jetzt die bevorstehenden Öffnungsschritte diskutieren. Wie auch Armin Laschet möchte sie den Menschen im Land eine Perspektive aufzeigen, die hilft durch die schwere Zeit zu kommen. Insbesondere die Ungewissheit belastet die Bevölkerung. Durch eine höhere Testkapazität sieht sie bessere Chancen auf eine frühzeitige Überwachung des Infektionsgeschehens. Dadurch können baldige Öffnungen gelingen. Es sei immer ein Abwägungsprozess zwischen Gesundheit und Freiheit. Die Krise kann nur gemeinsam bewältigt werden. Jetzt gilt es die Wirtschaft zu stärken, so Eisenmann. Steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau und der Ausbau der Infrastruktur sollen dies bewirken. Der technologische, digitale und ökologische Wandel sei unabdingbar und muss als Chance gesehen werden. 

 

Der Wohlstand des Landes sei mit der Frage verbunden, welcher Spielraum der Wirtschaft zur freien Entfaltung überlassen wird. Insbesondere durch Corona ist es wichtiger denn je Unternehmen zu helfen, denn auch in Zukunft braucht es starke Unternehmen, die Arbeits- und Ausbildungsplätze garantieren.

Die Wissenschaft und Forschung sollte besser verzahnt werden und sich gegenseitig ergänzen.

In Bayern wurden bereits 100 neue Lehrstühle für Künstliche Intelligenz geschaffen. Die Landesregierung muss Start-Ups fördern und Spielräume für Neugründungen gewähren. Die von Herr von Bohlen und Halbach bereits erwähnte Kultur des Scheiterns muss zugelassen werden.

 

Baden-Württemberg mit seinen Automobilunternehmen und Zulieferbetrieben braucht die Technologieoffenheit, sodass sich Zukunftsideen entfalten können. Ob Wasserstoff, E-Mobilität oder E-Fuels, der Mittelstand entwickelt die Antriebe von morgen. Obwohl Einnahmen aufgrund der Pandemie ausbleiben, muss jetzt investiert werden. Die CDU Baden-Württemberg möchte das Land gestärkt aus der Krise führen und die Zukunft gestalten. Dr. Susanne Eisenmann wünscht Geduld und Optimismus für das kommende Jahr.

 

Der Landesvorsitzende Joachim Rudolf rundete den Abend mit einem Schlusswort ab. In der Umsetzung der angesprochenen Rahmenbedingungen und Perspektiven sieht er einen richtigen und wichtigen Schritt für das Land. Im Anschluss an die Reden fand ein virtuelles „Get-Together“ statt, bei dem den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Austausch in kleinen Runden ermöglicht wurde. 

 

Ein großer Dank gilt der Schwarz Gruppe, die vorab für das leibliche Wohl unserer Mitglieder zuhause sorgte.

Dr. Susanne Eisenmann forderte klare Perspektiven für die Wirtschaft (Quelle: Pressefoto)