03. September 2015
5. Norddeutscher Wirtschaftstag - Eröffnungsveranstaltung mit Prof. Dr. Johanna Wanka
Der "echte Norden" gemeinsam für eine zukunftsfähige Infrastruktur
„Wir sind nur gemeinsam der echte Norden!“ So eröffnete Reimer Tewes, Landesvorsitzender des gastgebenden Landesverbandes Schleswig-Holstein, am 3. September 2015 in der Musik- und Kongresshalle Lübeck den 5. Norddeutschen Wirtschaftstag und spielte damit auf sein Bundesland an, das unter Protesten der übrigen vier diesen Slogan allein für sich reklamiert hat.
v.l.: Dr. Philipp Murmann MdB, Anja Osterloh, Gunnar Uldall, Andreas Mau; Prof. Dr. Johanna Wanka, Reimer Tewes, Alexandra Dinges-Dierig MdB, Imke Wilberg, Werner Michael Bahlsen /Foto: Wirtschaftsrat

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Daniel Günther MdL, richtete ein Grußwort an die Teilnehmer: „Der Stillstand in Schleswig-Holstein könne nicht überraschen: Die Investitionsquote im Haushalt breche einen Minusrekord nach dem anderen und es gäbe kein baureifes Straßenbauprojekt. Zudem habe man die durch Bundesfinanzierung freiwerdenden BAföG-Mittel nicht den Hochschulen, sondern den Schulen zukommen lassen. Trotz einer Milliarde Mehreinnahmen gegenüber der Vorgängerregierung jammere man ständig nach mehr Mitteln in Richtung Berlin, anstatt erst einmal seine Hausaufgaben zu machen.“

 

Der Präsident des Wirtschaftsrates der CDU e.V., Werner Michael Bahlsen, dankte für den landespolitischen Bericht seines Vorredners. Die Landespolitiken sollten stärker für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort Deutschland an einem gemeinsamen Strang ziehen. Vor 346 Jahren fand in Lübeck zum letzten Mal der Hansetag statt, wie der Wirtschaftsrat ein grenzüberschreitend denkender Verbund ehrbarer Kaufleute.

 

Der Wertekompass in Freiheit und Verantwortung habe uns heute 70 Jahre Wachstum beschert: „Ein Familienunternehmer erbt kein Unternehmen, sondern borgt es sich von seinen Kindern.“ Die Neuregelung der Erbschaftssteuer treffe genau diesen familiengeführten deutschen Mittelstand ins Mark und gefährde damit generationenübergreifende Investitionen und Verantwortung für die Beschäftigten und den Standort. Die Politik sollte das beachten und ebenso, dass Umverteilung erst einmal verdient werden müsse. Der Niedergang der Investitions- zugunsten der Sozialquote müsse dringend wieder umgekehrt werden.

 

Daran anknüpfend ermunterte Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka besonders den Mittelstand, Industrie 4.0 für sich zu nutzen: „Wir wollen auch das Erfahrungswissen der Meister in diesen Prozess einbinden und herausfinden, wie die Arbeitsplätze der Zukunft aussehen.“ Es wäre nicht das erste Mal, dass Deutschland sich an die Spitze einer solchen Bewegung stelle. Die digitale Infrastruktur erfordere Wissenschaft und Forschung über leistungsfähige Netze. Der Bund habe die Mittel für die Wissenschaft in den letzten zehn Jahren deutlich aufgestockt. Davon habe der Norden überproportional profitiert. Für das Erreichen einer Spitzenposition brauche es aber noch mehr Engagement der Landesregierungen und ebenso Drittmittel aus der Wirtschaft.


Dr. Philipp Murmann MdB, der als Unternehmer und Bundestagsabgeordneter die anschließende Moderation unter Einbeziehung des Auditoriums übernahm, kam am Ende zur Schlussfolgerung, dass die Hanseregion auch bei Spitzenclustern und Forschungsprojekten stärker länderübergreifend denken sollte.

 

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Kontakt
Dr. Bertram Zitscher
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Schleswig-Holstein
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