12. Mai 2014
Ethisches Wirtschaften - Widerspruch zur Rendite?
Der Sinn macht den Erfolg
Wie man mit Werten Unternehmenserfolg erreicht, diskutierte die Sektion Freiburg/Emmendingen mit Prof. Dr. Klaus Koziol, Bischöfliches Ordinariat Stuttgart und Professor an der Katholischen Hochschule Freiburg, sowie mit Silke Burger, Leiterin Human Resources, BURGERGRUPPE, SBS-Feintechnik GmbH & Co. KG, Schonach im Schwarzwald, bei der Götz + Moriz GmbH in Freiburg.
vlnr: Prof. Dr. Frank O. Bayer, Silke Burger, Dr. Eckart Wetzel, Prof. Dr. Klaus Koziol, Eckhard Rein (Foto: Wirtschaftsrat)

In der öffentlichen Diskussion über die Höhe der Managergehälter, die Steuermoral bestimmter Bevölkerungsschichten und die Zügelung der Finanzmärkte ist in Deutschland ein wachsendes Misstrauen gegenüber der Marktwirtschaft und den Unternehmern festzustellen, sagte Dr. Eckart Wetzel von der Sektion Freiburg-Emmendingen bei seiner Einführung. Häufig wird dabei ein Bild von einem Kapitalismus ohne Moral gezeichnet, bei dem Egoismus und Gier statt Fleiß und Verantwortung vorherrschen. Fehlt es an unternehmerischen Leitbildern und Werten? Sind der Wirtschaft die Grundtugenden Verantwortungsbewusstsein, Fleiß und Bescheidenheit abhandengekommen, die unsere Soziale Marktwirtschaft in Deutschland ausmachen und Grundlage unseres Sozialstaates, unseres Wohlstandes und unserer politischen Freiheit sind?

Vor diesem Hintergrund befassten sich Prof. Dr. Klaus Koziol und Silke Burger in Theorie und Praxis mit dem Leitbild eines Unternehmers und der Ethik in der Unternehmensführung. Ethik und wirtschaftlicher Erfolg sind dabei kein Widerspruch wie beide zeigen konnten. Erfolgreiche Unternehmer zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Richtung vorgeben, Verantwortung tragen, Visionen entwickeln und eine Vorbildfunktion erfüllen. Ohne klare Werte können sie jedoch diese Voraussetzungen nicht erfüllen.

 

Anker und Mittelpunkt allen Wirtschaftens sollte der Mensch und dessen Wohl sein, führte Prof. Dr. Klaus Koziol aus. Christliche Wertorientierung erweist sich für ihn als Garant wirtschaftlichen Handelns. Er plädiert für einen dringend notwendigen Perspektivenwechsel: vom Produkt zum Menschen, von der Quantität zur Qualität, von der Zahl zur Beziehung und vom Job zur Sinnentfaltung.

Auch die BURGERGRUPPE hat erkannt, wie wichtig es für den einzelnen Mitarbeiter ist, seine Arbeit in einem Gesamtzusammenhang zu sehen. Deshalb ist eine Zielrichtung für das unternehmerische Handeln und die Zusammenarbeit von ganz besonderer Bedeutung, bemerkte Silke Burger. Visionen und ethische Grundwerte sind die Basis für alle Entscheidungen und Handlungen im Unternehmen. Sie sind somit Orientierung und Führungsinstrument zugleich. Für Silke Burger ist auch klar: Wer motivieren will, muss authentisch sein. Die Motivation eines Menschen wächst mit der Verantwortung, die er eigenständig trägt.

 

Dass diese Überzeugung vom gesamten Unternehmen getragen wird, ist an diesem Abend mehr als deutlich geworden, resümierte Sektionssprecher Prof. Dr. Frank O. Bayer.