23. Juli 2015
Der Städtetag - Sprachrohr für Kommunen oder auch für die Bürger?
Gudrun Heute-Bluhm berichtet von Aufgabe, Ziel und Struktur des Städtetags
„Wie Sie wissen, habe ich in Lörrach die Verwaltung umgekrempelt. Jetzt nehme ich mir den Städtetag Baden-Württemberg vor.“ Gudrun Heute-Bluhm, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg, berichtete den Mitgliedern der Sektion Lörrach/Müllheim von Ihrer neuen Aufgabe.
Sektionssprecher Hans J. Friedrichkeit und Gudrun Heute-Bluhm (Foto: WR)

Im Fokus des Verbandes stehen derzeit die Themen Bürgerbeteiligung, demografischer Wandel, Flüchtlingshilfe und Digitalisierung. Letzteres habe man zu Anfang gar nicht als Aufgabe des Städtetags gesehen. „Nun sehen wir jedoch ganz deutlich, der Bedarf ist da. Wirtschaft und Städte haben berechtigte Ansprüche an die digitale Infrastruktur“, sagte Heute-Bluhm und ergänzte diesen Ansprüchen werde die digitale Infrastruktur bei Weitem noch nicht gerecht. „Damit ist auch für den Städtetag klar, dass wir uns Expertise auf diesem Gebiet erarbeiten und in die Diskussion einsteigen müssen.“

Gudrun Heute-Bluhm, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, berichtet den Teilnehmern (Foto: WR)

Mitglied im Städtetag Baden-Württemberg sind 184 Städte und Gemeinden des Landes Baden-Württemberg sowie einige Kommunalverbände. Die Mitglieder des Verbandes werden über das für sie wichtige politische Geschehen und über aktuelle Entwicklungen im Gesetzgebungs- und Verwaltungsbereich unterrichtet. Der Erfahrungsaustausch in Arbeitskreisen der Fachexperten aus den Städten ist Grundlage der gemeinsamen politischen Meinungsbildung in Fachausschüssen und Plenartagungen der Oberbürgermeister und Bürgermeister. Diese bestimmen maßgeblich die Stellungnahmen des Verbandes gegenüber dem Land und seinen Gesetzesvorhaben.

Heute-Bluhm dazu: „Der Städtetag arbeitet neutral und ausgleichend. Wir diskutieren nicht um der Diskussion willen.“ Eine Vertrauensebene, das war Heute-Bluhm wichtig zu betonen, entstehe nicht durch zu viel Politisierung sondern sachlich-fachliche Diskussion der zentralen Themen. Dennoch - bei aller Ausgeglichenheit und Neutralität: „ein bisschen Klappern gehört auch zum Handwerk“. Deshalb stehe, laut Heute-Bluhm auch die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes zukünftig im Fokus.