12. Oktober 2016
Sektion Herzogtum Lauenburg zu Gast im Hause C & W Europe GmbH
Deutsch-chinesische Entwicklungschancen
Der Wirtschaftsrat möchte mit einer Delegation nach China reisen und hat vorbereitend zu einem Treffen bei der C & W Europe GmbH im LOG-IN in Neumünster eingeladen, um sich über bisherige Erfahrungen und deutsch-chinesische Entwicklungschancen auszutauschen.
v.l. Sektionssprecher Rudolph Freiherr v. Schröder, Gastgeberin Yang Yang, Rechtsanwalt und China-Kenner Dr. Graf Rembert Kerssenbrock, Mangkai Zhang sowie Andreas Thiede (Bürgermeister Lauenburg) / Foto: Wirtschaftsrat

Nach der freundlichen Begrüßung der etwa 25 Teilnehmer durch Yang Yang für die gastgebenden deutsch-chinesische Agentur berichtete zunächst Dr. Graf Rembert Kerssenbrock, der nicht nur in China studiert, sondern dort auch seine Frau kennengelernt hatte, über seinen Lernprozess. Wichtig sei Zeit und Geduld, die Etikette sei aber nicht ganz so streng wie in Japan. Umgekehrt müsse man sich darauf einstellen, sich bei einer Kontaktaufnahme beispielsweise bei einem Empfang in maximal 20 Sekunden mit möglichen Anknüpfungspunkten vorzustellen, während man seine durchaus auffallend gestaltete Visitenkarte mit beiden Händen überreiche. Um anschließend ins Gespräch zu kommen, diene regelmäßig das gemeinsame Essen. Dort gelte es, die Hierarchie beim gemeinsamen Glasleeren zu beachten und dem Gegenüber dadurch Respekt zu zollen, dass das eigene Glas niedriger gehalten werde, auch wenn dieser das Gleiche versuche. Vorträge sollten mit wenig Worten und vielen Bildern unterstützt werden. Bei Verhandlungen sei Geduld für Grußformeln mitzubringen.


Man komme vom Unwichtigen zum Wichtigen, weshalb Preisvorstellungen gewöhnlich zuletzt zur Sprache kämen. Hier gelte es, Spielräume zu lassen. Verhandlungen scheiterten nie, sondern es sei auf die Untertöne zu achten, wozu weitere Verhandlungen angeboten werden, die auch nach einer Unterschrift nicht aufhören müssten. Insofern sollten in Verträgen Schiedsgerichtsklauseln eingebaut werden.

Andreas  Thiede, der als Wirtschaftsförderer in Schwarzenbek und jetzt als Bürgermeister der Stadt Lauenburg eigene Erfahrungen bei Geschäftsanbahnungen in beide Richtungen sammeln durfte, ergänzt, man müsse Bettler und zugleich König sein. Dabei habe er die Erfahrung
gemacht, dass eine Anbahnung von Wirtschaftskontakten zwischen Vertretern der Administration besondere Erfolgschancen gewähren. Insofern würde er sich freuen, wenn er sein dort erworbenes Vertrauen für einen Ausbau der deutsch-chinesischen Entwicklungschancen stiften könne.


Sektionssprecher Rudolph Freiherr von Schröder dankte für die interkulturellen Einblicke und das Angebot an Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates.

Interessierte an einer Teilnahme der Delegationsreise können sich bei unserer Landesgeschäftsstelle melden. /bz