21. Februar 2013
Deutsch-schweizerische Begegnungen: zu Lande, zu Wasser und vor allem in der Luft
Sektion Konstanz - Westlicher Bodensee: Hochkarätig besetztes Podiumsgespräch zur wirtschaftlichen Bedeutung der Luftfahrt und zum Fluglärmstreit im Bodenseeraum bei der Sparkasse Bodensee in Konstanz moderiert von Dr. Marc Tenbücken, Mitglied des Präsidiums des Wirtschaftsbeirats Bayern. Es diskutierten: Harry Hohmeister, CEO Swiss International Airlines AG, Prof. Dr. Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer IHK Hochrhein-Bodensee, sowie Gerold Tumulka, Geschäftsführer Flughafen Friedrichshafen GmbH.
Landrat Wölfle im Dialog mit den Diskuanten des Podiums "Luftfahrt" (Foto: Wirtschaftsrat)

Wer sich lange Zeit im Wirtschaftsrat engagiert, dem wird auch Ehre zuteil. Dr. Peter Lang, Sprecher der Sektion Konstanz - Westlicher Bodensee, zeichnete deshalb im Rahmen seiner Begrüßung Prof. Dr. Werner Volz für 10 Jahre Mitgliedschaft aus.

Nach dem Grußwort des Gastgebers, Franz Bernhard Bühler, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Bodensee, betonten die Redner unisono die Bedeutung des Flughafens Zürich für die Wirtschaftsregion: „Mobilität ist der Motor der Wirtschaft“, sagte Harry Hohmeister vor den anwesenden Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Sie schaffe Wohlstand. Der Swiss-Chef wünsche sich, dass es endlich zu einem Staatsvertrag kommen würde. Man stehe nun mal im globalen Wettbewerb und der Staatsvertrag könnte Kalkulationssicherheit geben. Er könne die Diskussionen nur schwerlich nachvollziehen, denn die Lärmbelastung nehme aufgrund neuer Technologien kontinuierlich ab.

Dr. Peter Lang ehrt Prof. Dr. Werner Volz für langjährige Mitgliedschaft (Foto: Wirtschaftsrat)

Claudius Marx nannte den Zustand eine „Sackgassensituation“. Es sei aus der Sicht der IHK Hochrhein-Bodensee keine Frage, dass der Flughafen Zürich von Nutzen sei und dass man nicht auf ihn verzichten könne. Er betonte die Wichtigkeit des Flugverkehrs für die hiesigen Unternehmen, vor allem für jene, die im Exportgeschäft tätig sind. Der Fluglärm sei eine subjektive Belastung und die Diskussion würde nicht rational, sondern emotional geführt. Alle müssten noch lernen, zwischen Belastung und Belastungsgerechtigkeit zu unterscheiden. Marx forderte die Wirtschaft auf, sich stärker an der Diskussion zu beteiligen: „Wir dürfen die Politik nicht alleine lassen.“

 

Den Blick weg von Zürich hin nach Friedrichshafen lenkte Gerold Tumulka. 14 Gesellschafter sind am Flughafen Friedrichshafen beteiligt, 44 Destinationen können von dort aus erreicht werden. Im Tower des Flughafens, der streng genommen in schweizerischem Luftraum liegt, klappe die Zusammenarbeit zwischen Österreich, Schweiz und Deutschland hervorragend. Durch die neuen Anflugtrassen auf Zürich würden auch für Friedrichshafen Probleme entstehen. Den Staatsvertrag sieht er dennoch als notwendigen Rahmen.

 

So waren sich schließlich alle Diskutanten einig: Der Staatsvertrag ist noch nicht gescheitert und er muss kommen.

v.l.n.r.: Wolfgang Reuther MdL, Landrat Lothar Wölfle, Gerold Tumulka, Prof. Dr. Claudius Marx, Dr. Peter Lang, Franz Bernhard Bühler, Harry Hohmeister, Dr. Marc Tenbücken, Hans Dürig (Foto: Wirtschaftsrat)