21. Juli 2016
Deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Lichte der zunehmenden Bedrohung in Europa und der Welt
Friedrichsruher Begegnung 2016 beschäftigt sich mit deutscher und internationaler Sicherheitspolitik und deren Herausforderungen
Wie haben sich die Schwerpunkte der NATO über den Lauf der Zeit verändert? Welche Rolle spielt die Globalisierung in der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik? Wo steuert Deutschland nach der Veröffentlichung des Weißbuchs hin?
Hans-Werner Wiermann, Generalleutnant, Deutscher Militärischer Vertreter im Militärausschuss der NATO und der Europäischen Union (Foto: Atelier Dr. Rudzik Aalen)

Zweiflingen-Friedrichsruhe. Im Rahmen der diesjährigen Friedrichsruher Begegnung 2016 im Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe setzten sich rund 90 Unternehmer aus dem Baden-Württemberg mit dem Thema der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Hinblick auf die zunehmende Bedrohung in Europa und der Welt auseinander.

 

Dr. Ulrich Zeitel, der Ehrenvorsitzende des Landesverbandes Baden-Württemberg begrüßte für den verhinderten Sektionssprecher Manfred Kurz, stellte den Hauptreferenten des Abends vor und dankte der  VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim eG für die freundliche Unterstützung der Veranstaltung.

Deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Lichte der zunehmenden Bedrohung in Europa und der Welt (Foto: Wirtschaftsrat)

Hans-Werner Wiermann ist Generalleutnant der Bundeswehr und seit dem 21. August 2015 Deutscher Militärischer Vertreter beim NATO-Militärausschuss. Wiermann trat 1976 in die Bundeswehr ein. An der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg studierte er Elektro- und Nachrichtentechnik. Von 1988 bis 1990 durchlief er die Ausbildung zum Generalstabsoffizier. 1990 wurde er G4 der 1. Panzerdivision in Hannover. Nach Referentenverwendungen im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) und Auswärtigen Amt wurde Wiermann 1997 Kommandeur im Instandsetzungsbataillon 410 in Beelitz, woran sich erneut Referententätigkeiten anschlossen. 2002 wurde er Adjutant des damaligen Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan. 2004 wechselte er in die Stabsabteilung Militärpolitik im BMVg, zuletzt als 1. stellvertretender Leiter. Ab Januar 2013 war Wiermann Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr. Diese Funktion übergab er am 23. Juli 2015 an Brigadegeneral Jürgen Knappe.

 

Am 21. Juli lag der Warschauer NATO-Gipfel nur wenige Tage zurück und die EU wird über eine neue globale Sicherheitsstrategie verabschiedet haben. Nicht nur unsere Exportwirtschaft wird davon betroffen sein, es geht insbesondere auch um die Sicherheit auf den Seehandelswegen.

vlnr. Nico Weinmann MdL, Dr. Ulrich Zeitel, Hans-Werner Wiermann, Eberhard Spies, Daniel Imhäuser (Foto: Wirtschaftsrat)

Besonders die Zukunft der Bundeswehr im Zusammenhang mit der ausgesetzten Wehrpflicht interessierte die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer sehr. Auch internationale Probleme wurden angesprochen und intensiv diskutiert, wie etwa die Ungewissheiten in Großbritannien nach dem Brexit-Referendum.

 

Kann die deutsche Bundeswehr mit den derzeitig zur Verfügung gestellten Personal- und Sachmitteln die ihr international gestellten Aufgaben überhaupt ausreichend erfüllen? Wird sich Deutschland seiner tragenden Rolle als viertgrößter Wirtschafts- und Industrienation auch im militärischen Bereich gerecht?

 

Fragen, die auch oder gerade in Richtung der deutschen Politik gestellt wurden: der Haushalt als ein Spiegelbild deutscher Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Diese wird es nicht umsonst und auch nicht risikofrei geben, waren sich die anwesenden Wirtschafts- und Industrievertreter unisono einig.