28. November 2017
Deutschland auf dem Weg in die Datenökonomie?
Werden Daten der Rohstoff des 21. Jahrhunderts?
Michael Ziesemer, Präsident des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektroindustrie sowie Vize-Präsident des Bundesverbands der Industrie, referiert zum thema Digitalisierung (Foto: Wirtschaftsrat)

Die Digitalisierung stellt Unternehmen und Gesellschaft vor großen Herausforderungen: Michael Ziesemer, Präsident des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektroindustrie sowie Vize-Präsident des Bundesverbands der Industrie, sprach hierzu am Dienstagabend im Lörracher Sparkassenforum bei der Jahresabschlussveranstaltung der Sektion Lörrach/Müllheim des Wirtschaftsrates der CDU. 

Sektionssprecher Hans J. Friedrichkeit und Michael Ziesemer, glücklich Zufriedenmit dem für die Mitglieder gelungenen Abend (Foto: Wirtschaftsrat)

Wussten Sie, dass Google die mit Abstand genauesten Berichte über die räumliche Ausbreitung und Intensität von Grippewellen liefert, einfach aus der Auswertung von Suchanfragen? Ein anderes Beispiel sind genaue Regen-Vorhersagen durch die Weitergabe von Scheibenwischer-Daten aus vernetzten Fahrzeugen. Ohne Zweifel hat die digitale Gesellschaft Vorteile, weil sie für viele Menschen das Leben bequemer macht. Aber sie funktioniert nicht ohne jede Menge Daten. Die hinterlässt jeder von uns im Netz. 

„In der digitalen Welt sind Daten das wichtigste Wirtschaftsgut. Und die Digitalisierung betrifft jeden, den kleinen Betrieb, der seine Kunden zunehmend übers Internet bekommt, die großen Unternehmen sowieso. Sie sorgt für Umwälzungen und schafft Gewinner und Verlierer“, so Ziesemer. Beispielsweise sei es erst einem Presseverlag in Deutschland gelungen ist, online Gewinne zu erwirtschaften. Dennoch sind wir der Digitalisierung nicht schicksalhaft ausgeliefert, davon ist Ziesemer überzeugt. „Aber wir müssen sie bewusster ausgestalten und uns insbesondere in der Arbeitswelt den Herausforderungen stellen“, forderte Ziesemer. Es brauche daher eine offensive Weiterbildung für Beschäftigte. Ohne Internet gebe es keine Digitalisierung, daher sieht Ziesemer dringenden Handlungsbedarf beim Breitbandausbau. Hier wiederum mangele es aber an Kapazitäten im Tiefbau, wie er erklärte. Gewerbegebiete sollten deshalb vorrangig mit schnellem Internet versorgt werden.