22. April 2015
Deutschland verfügt über keine wettbewerbsfähige digitale Infrastruktur
Kurt J. Lauk: Digitalisierung entscheidet über Sieger im Wettbewerb der Kontinente
Dorothee Belz: Wir fordern Datenverwertungskonzepte anstatt einseitiger Datenschutzregeln

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. kritisiert die fehlende Schwerpunktsetzung der Bundesregierung bei der bisherigen Umsetzung der Digitalen Agenda. Deutschland steht aufgrund einer Vielzahl von Sondereffekten gesamtwirtschaftlich zwar gut dar. Bei der digitalen Transformation fällt Deutschland allerdings hinter seine globalen Wettbewerber zurück. „In Deutschland war die Digitalisierung bislang vor allem ein Thema für Großunternehmen. Dabei bietet sie eine gewaltige Chance gerade auch für mittelständische Unternehmen. Die Digitalisierung und mit ihr die vierte industrielle Revolution entscheiden nicht nur die über die Geschäftsmodelle der Zukunft, sondern auch über die Sieger in einem neuen Wettbewerb der Kontinente“, mahnt der Präsident des Wirtschaftsrates der CDU e.V., Kurt J. Lauk, auf dem diesjährigen Digitalkongress des Verbandes.

„Bisher sind die erforderlichen Investitionen und Innovationen ausgeblieben. Und das, obwohl die deutsche Wirtschaft durch die Digitalisierung ein Wertschöpfungspotential von 425 Milliarden Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre realisieren kann“, kritisiert die Vorsitzende der Bundesfachkommission Internet und Digitale Wirtschaft im Wirtschaftsrat der CDU e.V. und Mitglied der Geschäftsführung Microsoft Europe Dorothee Belz. Lauk warnt zugleich davor, den globalen Anschluss zu verlieren. „Viele Firmen laufen das Risiko, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, wie es bereits in den Bereichen Musik, Medien, Reisedienstleistungen und Einzelhandel geschehen ist. Jetzt sind auch die eher traditionellen Industrien bedroht: Banken, Landwirtschaft, Energie, Gesundheitswesen und Industrieprozesse“, so der Wirtschaftsratspräsident.

Momentan verfügt Deutschland über keine wettbewerbsfähige digitale Infrastruktur. So bestehen große Defizite bei Datenschutz und Datensicherheit und es gibt nur wenige Leuchtturmprojekte der anwendungsorientierten Forschung, die in konkrete Business Cases umgewandelt wurden. Hinzu kommen ungebündelte politische Kompetenzen und ein vom Bundeshaushalt nicht unterfüttertes Versprechen der Großen Koalition, bis 2018 eine flächendeckende Grundversorgung mit 50 Mbit/s sicherzustellen. Im internationalen Vergleich der Länder mit dem schnellsten Internetzugang belegt Deutschland nur den 29. Rang. Digitale Autobahnen sind jedoch eine Grundvoraussetzung, um am digitalen Wirtschaftswunder partizipieren zu können.

Belz fordert innovativen Datenschutz und Sicherheitsstandards, die auch für außereuropäische Unternehmen gelten müssen. „Die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit der Kommunikation muss in einer digitalisierten, vernetzten Wirtschaft und Gesellschaft oberste Priorität erhalten. Aber der reflexhafte Ruf nach immer mehr Datenschutz greift zu kurz. Wir müssen einen Mittelweg beschreiten zwischen den Maximalforderungen einer Vollregulierung und einer Laissez-Faire-Haltung mit keiner Regulierung auf der anderen Seite. Wichtiger ist vielmehr die Definition von klugen Datenverwertungskonzepten, die Datenschutz sinnvoll integrieren, eine Selbstverpflichtung von Unternehmen und die Definition von Mindeststandards“, so Belz.

In seinem Positionspapier „Wachstumstreiber Internet - Digitaler Ruck durch Deutschland und Europa“ greift der Wirtschaftsrat diese Forderungen auf und entwickelt das „Digitale Haus“, das Deutschland zum digitalen Wachstumstreiber Nummer Eins in Europa werden lässt.

 

Lesen Sie das Positionspapier des Wirtschaftsrates
„Wachstumstreiber Internet – Digitaler Ruck durch Deutschland und Europa“  

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