18. Juni 2012
Deutschlandradio: "Die griechische Tragödie geht weiter"
Präsident Lauk warnt vor Aufschub beim Sparen: "Mehr Zeit bedeutet, die schlampern weiter"
Der Wirtschaftsrat der CDU hat verlangt, den Druck auf Griechenland weiter zu erhöhen. Ratspräsident Kurt Lauk sagte, den Griechen Aufschub bei der Umsetzung des Sparprogramms zu gewähren sei "Augenwischerei" und werde im Ergebnis nur teuer.
 Griechenland habe nach wie vor keine richtige Wirtschaftsförderung, keine effiziente Steuerverwaltung, kein vernünftiges Katasterwesen, keinen flexiblen Arbeitsmarkt und kein ordentliches Sozialsystem.

 

Mit der Wahl habe sich erst einmal "gar nichts geändert", betonte Lauk. Mittlerweile habe das Land 380 Milliarden Euro an Hilfen erhalten. Die Gegenleistungen seien gering: Die Steuerreform liege auf Eis, nur fünf Prozent der vereinbarten Strukturreformen seien bislang umgesetzt, bei der Sanierung der Banken herrsche Stillstand. "Mehr Zeit bedeutet, die schlampern weiter", sagte Lauk. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP), der eine Verlängerung der Sparziele in Aussicht gestellt hatte, warf er vor, nachzugeben.

 

Die EU müsse auf den bisher unterzeichneten Verträgen bestehen und die Reformen in Griechenland beaufsichtigen, forderte Lauk. "Das halte ich für zwingend", sagte er. Die notwendigen Schritte seien fünf bis acht Jahre lang sehr schmerzhaft für das griechische Volk, räumte er ein. Wirtschaftswachstum könne man erst nach langfristigen Strukturmaßnahmen und der Sanierung des Haushalts erwarten.

 

Zugleich äußerte Lauk Zweifel, dass die Griechen diesen Weg schaffen. Bei mehr Druck durch die EU bestehe die Gefahr, dass das Linksbündnis Syriza die Straße mobilisiere und eine künftige Regierung aus Nea Dimokratia und Pasok zu Fall bringe. "Die griechische Tragödie geht weiter", sagte er.

 

Sie können das vollständige Gespräch mit Kurt Lauk mindestens bis zum 18.10.2012 als MP3-Audio auf Deutschlandradio im Audio-on-Demand-Angebot anhören und nachlesen.

 

Kontakt
Erwin Lamberts
Pressesprecher Wirtschaftsrat der CDU e.V.
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