03. Juni 2015
Die deutsche Infrastruktur und das Problem der ersten und letzten Meile
„Die deutsche Infrastruktur ist die beste und teuerste der Welt, aber das bringt nichts, wenn man aus Deutschland nicht hinaus kommt und das Reinkommen immer schwerer und teurer wird“, erklärte Dr. Werner Kook. Das Vorstandsmitglied der Niederrheinischen Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft und Vorsitzende der Bundesfachkommission Verkehr, Logistik, Infrastruktur des Wirtschaftsrates war Referent im Rahmen des Unternehmerfrühstücks der Sektion Frankfurt.
Foto: Wirtschafstrat

Rund 100 Gäste folgten der Einladung des Sektionssprechers Dr. Lutz Raettig und informierten sich über das Thema „Verkehrswegefinanzierung vor dem Hintergrund von Haushaltskonsolidierung und Schuldenbremse“. 


„Die Wirtschaft eines Landes ist nur so stark wie dessen Infrastruktur es zulässt, und wenn die Infrastruktur marode ist, hat das Auswirkungen auf den gesamten wirtschaftlichen Standort des Landes“, so Kook. Die Logistikkosten seien weltweit drastisch gesunken, aber das Bewegen innerhalb Deutschlands werde immer teurer. Deutschland als europäisches Durchfahrtsland biete eine Infrastruktur, die bis jetzt eine Stärke im europäischen Vergleich sei. Das gelte nicht nur für die Straßen, sondern auch für die Schienen- und Wasserwege.


 „Das Problem ist, dass die Verkehrswege baufällig oder noch gar nicht gebaut sind. Wenn diese Defizite nicht behoben werden, hat das Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft“, stellte Kook fest. Auch die unterschiedliche Zielsetzung der Länder beim Thema Verkehr sei problematisch, was sich besonders beim Ausbau und bei der Wartung von Bundesautobahnen und Brücken bemerkbar mache. 

 

Es gelte, ein Gesamtkonzept zu schaffen, das alle Verkehrsteilnehmer verbindet und gleichzeitig sowohl mehrjährig als auch aperiodisch angelegt sei. Ein weiteres effektives Mittel zur Kostensenkung stelle der Bürokratieabbau dar: „Derzeit liegen die Bürokratiekosten bei 56 Prozent der Gesamtkosten beim Bau neuer Straßen. Bei der Finanzierung muss es darum gehen, die Wertgegenstände zu halten. Unsere Unternehmen brauchen in Deutschland eine Mobilitätsgarantie für ihre Standorte“, sagte Kook. Im Anschluss stand der Referent den Gästen Rede und Antwort. 

Foto: Wirtschaftsrat
Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
Telefon: 069 / 72 73-13
Telefax: 069 / 17 22-47