29. April 2015
Qualität in der Spitze: Exzellente Köpfe braucht das Land
Dr. Peter Rösner, Leiter der Stiftung Louisenlund, stellt Idee eines MINT-Exzellenz-Zuges vor
Dass die Deutsche Fußballnationalmannschaft sich in Brasilien auf den WM-Thron gespielt hat, war nicht nur das Ergebnis einer herausragenden Teamleistung, sondern der Lohn einer exzellenten Nachwuchsförderung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Aktuell gibt es hierzulande 54 Nachwuchs-Leistungszentren, deren Qualität durch strenge Kriterien sichergestellt wird. Der Erfolg der letzten Jahre spricht für sich.
Dr. Peter Rösner, Leiter der Stiftung Louisenlund (Foto: Wirtschaftsrat)

Während die schönste Nebensache der Welt akribisch gefördert wird, erlaubt sich das Land der Dichter und Denker gleichzeitig, die Talentförderung im MINT-Bereich (MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) sträflich zu vernachlässigen. An genau diesem Problem setzt die Stiftung Louisenlund mit ihrer Idee eines „MINT-Exzellenz-Zuges“ an. Was dahintersteckt, erläuterte der Stiftungsleiter Dr. Peter Rösner beim Wirtschaftsrat Hamburg.  

 

„Warum leistet es sich diese Gesellschaft, Talente und Begabungen systematisch nicht zu fördern?“, fragte Rösner. Einzig in der Musik und eben beim Sport gebe es eine angemessene Talentförderung. Dies habe in den für Deutschlands Zukunft wichtigen Fächern, wie Physik und Mathematik, negative Auswirkungen. Schließlich seien gerade diese Fächer zentral, wenn es darum geht, Deutschland durch innovative Ideen einen Marktvorsprung zu verschaffen. Die Internatsschule Louisenlund plant, diesem Missstand ab dem übernächsten Schuljahr mit einem sogenannten Exzellenz-Zug für herausragende MINT-Talente entgegenzuwirken. 

Prof. Dr. Georg Plate, Präsident der NORDAKADEMIE bei der Begrüßung (Foto: Wirtschaftsrat)

Jeweils 20 Schüler sollen pro Jahrgang ab der neunten Klasse besonders gefördert werden. Der vierjährige Ausbildungsgang fußt auf drei Säulen: Dazu gehören a) eine akademische Ausbildung, b) Praktika und Module mit Unternehmen sowie c) individuelle und Gruppenprojekte. Die enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Wissenschaft ist ein Kernelement des Vorhabens. Hinter dem Exzellenz-Zug steckt die Intention, junge und begabte Menschen für Fragen der forschenden und entwickelnden Unternehmen zu begeistern. Indem die Schülerinnen und Schüler gezielt auf Spitzenpositionen in Forschung und Entwicklung vorbereitet werden, soll die Zukunft des Mittelstandes und damit des Innovationsstandortes Deutschland gesichert werden.

 

Gleichzeitig unterstrich Rösner, dass „wenn man Begabtenförderung und Talentförderung macht, darf es nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, ob man Zugang hat oder nicht.“ Aus diesem Grund ist vorgesehen, den Exzellenz-Zug durch Stipendien aus der deutschen Wirtschaft und mit Hilfe weiterer Partner zu finanzieren. Die Talente sollen unter anderem durch Scouting an Schleswig-Holsteins Schulen, über die Werbung bei „Jugend forscht“ und über Assessment-Center in Louisenlund gefunden werden. Mit der Einrichtung des weltweit ersten Exzellenz-Zuges für MINT-Talente an einem Internat – in Analogie zu den Nachwuchs-Leistungszentren des DFB – will Louisenlund sich als Ort für Bildungsinnovationen in Deutschland positionieren. 

 

Rösner betonte, dass der MINT-Exzellenz-Zug auf das abzielt, was auch der Wirtschaftsrat Hamburg in seinem jüngsten Positionspapier zur Innovationspolitik („Zukunftsmotor Innovation: Gemeinsam gestalten“) fordert. Darin heißt es: „Wir müssen mit immer neuen Hightech-Produkten, Verfahren und Dienstleistungen punkten – und mit hervorragenden Fachkräften, die sie entwickeln“.

Nikolaus Broschek und Erhard J. Heine im Gespräch (Foto: Wirtschaftsrat)
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Referent für Wirtschaftspolitik
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