10. November 2014
Die Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH: ein soziales Unternehmen für Menschen mit Behinderung
Besichtigung des GWW Werks II in Calw
Die Mitglieder der Wirtschaftsrats-Sektionen Calw-Freudenstadt sowie Böblingen/Sindelfingen/Leonberg wurden von Andrea Stratmann (Vertretungsberechtigte Geschäftsführerin der GWW und Vorstand der Stiftung Zenit), Wilhelm Kohlberger (Geschäftsführer femos gGmbH) und Markus Metz (Geschäftsführung 1a Zugang Beratungsgesellschaft mbH) ausgiebig über die unterschiedlichen Angebote zur Bildung, Förderung, zum Arbeiten und Wohnen für Menschen mit Behinderungen oder seelischer Erkrankung informiert. Aufrechterhaltung des Zugangs zum ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung gefordert.
Andrea Stratmann erklärt die Struktur der GWW (Foto: WR)

Menschen, die durch eine Behinderung beeinträchtigt sind, benötigen unterstützende Begleitung und bedarfsgerechte Hilfeleistungen, um soweit wie möglich selbstbestimmt und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die GWW hat es sich zur Aufgabe gemacht, für behinderte Menschen in den Landkreisen Böblingen und Calw Arbeits- und Wohnplätze, in der für sie jeweils geeigneten Form zu schaffen und die notwendigen Hilfe- und Förderleistungen bereitzustellen.


Die GWW ist eine gemeinnützig anerkannte Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Es finden in über 20 Einrichtungen etwa 1.300 Menschen mit Behinderung Unterstützungsangebote. Wertschöpfung und Wertschätzung gehen hier Hand in Hand. Die GWW ist mit zwei Stiftungsunternehmen der Stiftung Zenit verbunden. Beide Unternehmen (femos gGmbH und 1a Beratungsgesellschaft mbH) sind Integrationsfirmen, in denen Menschen mit Behinderungen im Rahmen des allgemeinen Arbeitsmarktes Arbeitsperspektiven geboten werden.

Das GWW-Werk 2 in Calw (Foto: WR)

Integrationsunternehmen im Sinne des § 132 SGB IX haben die Aufgabe, schwerbehinderte Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu beschäftigen, die aufgrund von Art oder Schwere der Behinderung im sonstigen allgemeinen Arbeitsmarkt keinen Arbeitsplatz finden. Die Integrationsfirmen erhalten Minderleistungsausgleiche aus der Ausgleichsabgabe, die jeder Arbeitgeber erhalten kann, der schwerbehinderte Menschen beschäftigt.


Menschen mit Behinderungen können sehr leistungsfähig sein. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt müssen durch geeignete rechtliche, soziale und organisatorische Rahmenbedingungen zugelassen und anerkannt werden.


Die femos gGmbH arbeitet schwerpunktmäßig in den Geschäftsfeldern Dienstleistung, Produktion und Lebensmitteleinzelhandel. Mit einer klaren Kunden- und Marktorientierung werden Nischen besetzt, die eine würdevolle Arbeit für alle Mitarbeiter auf einer wirtschaftlich auskömmlichen Basis ermöglichen.

Die Mitglieder bei der Führung (Foto: WR)

Die 1a Zugang Beratungsgesellschaft mbH ist im Bereich der Beratung zum Thema Barrierefreiheit tätig. 1a Zugang berät mit ihrem Geschäftsfeld capito Stuttgart Unternehmen, Behörden, Verbände, Vereine und alle Interessenten auf dem Weg zur Barrierefreiheit. Hierzu hat sich 1a Zugang im capito Netzwerk auf die Gestaltung von leicht verständlichen Informationen spezialisiert. Zudem entwirft 1a Zugang gemeinsam mit den Kunden bedarfsgerechte Strategien zur Qualifizierung des Personals und zur Integration von neuen Mitarbeitern.


Die Gruppe erhielt außerdem Einblick in die Produktionsprozesse im neuen Werk 2 in Calw. Am Standort beschäftigt die GWW Calw 101 Mitarbeiter, davon arbeiten 61 Menschen mit Behinderung gemeinsam mit 25 Personalkollegen in den Bereichen Verpackung, CKD Türmodule und Verkleidungen für Daimler, Brose, Magna, Faurecia, Johnson Controls und führen Montagearbeiten für Seuffer, Schnaufer, Holzma sowie weitere Verpackungs-und Kommissionierarbeiten für Zeiss-Medical, Janser aus. Daneben werden 15 Menschen mit Behinderung im Berufsbildungsbereich qualifiziert.


Der Unternehmensverbund ist wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen Lieferant von Produkten und Dienstleistungen, bietet aber auch Kooperation in CSR-Projekten, ehrenamtliche Beschäftigungsmöglichkeiten und Potenzial für Zustiftungen.